Sizilien 2018


 

Die Reiseroute:


Best of Sizilien 2018 – Der Westen

Nachfolgend ein paar Best-Of-Bilder der Reise zum Abschluss… a dopo…

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DAS TAGEBUCH DER REISE:

 

Sizilien Teil 2 – Tag 1 - Viel erlebt in nur wenigen Stunden

Die Anreise nach Sizilien ging ganz ohne Probleme. Sogar das Gepäck war blitzschnell da. Gut, der Flughafen ist überschaubar. Ein Fahrer, den unsere Unterkunft organisiert hat, war gleich mit seinem Sohn zur Stelle und half uns das Gepäck zu verladen. Die Radkartons wurden auf den Dachträger des kleinen Mazda 3 verladen, die Taschen in den Kofferraum. Sehr nette, sympathische Zeitgenossen.
Die Fahrt zu unserer Unterkunft in Mondello, einem Vorort von Palermo war dann eine Lehrstunde, wie man hier auf Sizilien Auto fährt. Erst mal aus dem Flughafen raus und ein Stoppschild überfahren. Dabei zwar einem anderen Auto die Vorfahren genommen. Aber der Fahrer schaute nur ein wenig komisch. Dann hielt unser Chauffeur auf der Autobahn, die übrigens keinen Seitenstreifen besaß. Er musste einen flatternden Gurt auf dem Dach festmachen. Alles in Seelenruhe. Es beschwerte sich auch keiner, oder hupte. Auf den zweispurigen Straßen war nur schlecht erkennbar, wer auf welcher Spur fährt. Manche fuhren einfach in der Mitte, vermutlich um mehr Übersicht zu haben. Hin und wieder fuhr man auch schnell zu dritt auf zwei Spuren. Gurtpflicht gibt es schon. Doch die einzigen, die im Auto angeschnallt gewesen sind, waren wir. Wir hatten keine Bedenken. Unser Fahrer hatte alles im Griff. Ist hier halt so… In Ortschaften dann spannend die Masse, die sich auf den Kreisverkehren herumschob. Echt Wahnsinn wie jeder auf jeden aufpasst. Nur einen Unfall haben wir gesehen. Ein Deutscher wurde, so wie es aussah, von hinten gerammt. Klar hatte der hintere Schuld. Doch sicher fuhr halt der Deutsche wie zu Hause und das passt hier auf keinen Fall – Unfall vorprogrammiert.
Heute war der Verkehr auch besonders viel, wie Roberto (Name von der Redaktion geändert), erzählte. Am Wochenende wollen alle aus der Stadt (Palermo) raus und Mondello hat super Strände und gilt als Naherholungsgebiet. Praktisch wie für die Münchner der Tegernsee.
Von unserer Hausherren (ein kleines, sehr feines Bed&Breakfast) wurden wir sehr herzlich begrüßt und durch den Garten geführt. Wir konnten uns an sattem Grün und schon einigen Blumen erfreuen, die wir zu Hause noch nicht haben. Eine Wohltat für das Auge und die Seele. Ihr Mann kam auch und wir verabredeten uns, dass sie uns zum Abendessen ins Zentrum fahren. Das ist ein netter Service. Vorher bekamen wir noch lecker, selbstgebackenes Gebäck, Früchte und ein Schlückchen Marsala. Marsala ist ja ein besonderer Dessertwein oder man sagt auch Süßwein. Ich berichte in den nächsten Tagen darüber, da wir vermutlich in die Nähe von Marsala, dem Ort der Entstehung des edlen Getränk kommen.
Direkt am Hafen in der Nähe des großen und gewaltigen Kurhauses, welches jetzt ein Restaurant ist, haben wir in einem gut frequentierten Lokal einen Fisch genossen und sind anschließend noch über die Promenade spaziert. Ein guter Einstand.
Morgen können wir dann auf unsere erste Etappe an der Küste entlang gehen. Mal was leichtes mit 60 oder maximal 80 Kilometer und wenig Höhenmeter für den Anfang. Da bei uns die letzten Monate gut Schnee lag, ging nichts mit einradeln. Kondition dürften wir vom Langlaufen und Skitourengehen schon haben. Nur, ob das Sitzfleisch durchhält…. das werden wir erst nach ein paar Tagen wissen….


Tag 2 - Überall herzliche und freundliche Menschen

Ach, es ist so schön durch Sizilien zu Radeln. Die Einheimischen sind sehr zuvorkommend und warmherzig. Schon beim Frühstück wurden wir umsorgt, als wären wir ein Verwandtschaftsbesuch.
Die Etappe, heute 66 Kilometer und doch über 700 Höhenmeter ließ sich betteln, wie wir in Bayern sagen (na ja, wir sagen ja: „hot si bedeln lassn“ – aber wir schreiben ja auf Deutsch und nicht auf boarisch). Es blies nämlich den ganzen Tag heftigste Wind. Und zwar die schlimmste Sorte: Gegenwind. Von allen Winden der Umbrauchbarste. Aber es half nix. Wir mussten da durch.
Als dann noch ein kleines Gewitter über uns hinwegzog und wir einen Unterstand brauchten, fanden wir in einer Bäckerei Unterschlupf. Der Bäcker und seine Töchter kümmerten sich gleich um uns und spendieren einen Espresso. Wir kauften gleich für ein zweites Frühstück ein und plauderten lange mit den Leuten. Wer bei uns nimmt sich denn noch für so etwas Zeit? Das sind immer so schöne Erlebnisse, menschliche Erlebnisse.
Weitere Gespräche folgten mit einfachen Passanten, die mit uns zu sprechen begannen.
Die Fahrt an der Küste entlang von Mondello nach Castellammare del Golfo wurde immer ruhiger, je weiter wir uns von Palermo entfernten. Morgen wollen wir Trapani erreichen, eine sehr bekannte Stadt im Westen Siziliens. Aber erst sind wir in Castellammare angekommen und haben ein schönes Privatzimmer ergattert. Der Ort ist so typisch süditalienisch mit seinem Hafen, den Gassen und seiner Küstenfestung, dass er schon oft für Filmkulissen, wie zum Beispiel in Oceancs 13 und in Folgen von Kommissario Montalbano herhalten musste.
Castellammare ist noch bekannt für eine Mafiageschichte. Irgendwie verfolgt einen das Thema auf Sizilien. Es gehört halt zur Geschichte und die wird sicher in der Zukunft weiter fortgeschrieben… Der Krieg von Castellammare, ein blutiger Machtkampf innerhalb der Mafia in New York City um 1930, bezieht seinen Namen von dem Ort, da einige der Kontrahenten aus Castellammare del Golfo und dessen Umland stammten.
Und dann war da noch der Sondermafiaermittler Giuseppe Lineares, der viele Jahre unter Leibwächter als Polizist tätig war und viele Mafiosi hinter Gittern brachte. Er bekam vom Ort Castellammare die Ehrenbürgerschaft für seine Verdienste um die Opfer der Mafia. Kurz drauf ließ er den Bürgermeister und den Stadtrand wegen krimineller Machenschaften festnehmen. Tja, so kanns gehen. Mit einer Ehrung ließ er sich eben nicht kaufen.
Wir kümmern uns jetzt aber um die Planung der morgigen Etappe und hoffen, dass der heftige Wind morgen erträglich wird. Den Wind kann man halt nicht bestechen, damit er nicht mehr so stark bläst….


Tag 3 - Auf den Hund gekommen

Heute 67 Kilometer von Castellammare nach Trapani. Dabei gesellten sich doch 1000 Höhenmeter, obwohl es scheinbar nur an der Küste entlang ging.
Der Name der Stadt Trapani leitet sich aus dem lateinischen Drepanum ab, was so viel wie Mondsichel bedeutet. Der Ort, besser gesagt die Altstadt befindet sich auf einer sichelförmigen Halbinsel. Und genau dahin fuhren wir heute.
Eine Besonderheit Siziliens sind die Marionettentheater. Gespielt wird mit bis zu 150 Zentimeter großen und bis zu 20 kg schweren Marionetten aus Holz, die handgefertigt und sehr detailreich gestaltet sind. Zur Blütezeit des Puppentheaters wetteiferten Künstler auf ganz Sizilien um die schönsten und phantasievollsten Figuren. Die Puppenspieler, die Pupari, sind Theaterintendant und Regisseur, Bühnenbildner und Kostümdesigner, Schreiner und Schneider in einer Person. Außerdem wird von ihnen nicht nur Fingerfertigkeit, sondern auch Körperkraft gefordert, um die Marionetten mittels Eisenstangen möglichst geschickt zu bewegen und ihnen auch noch eine kräftige Stimme zu verleihen. Die Marionetten sind auch begehrte Dekorationsstücke für zu Hause.
Aber die Story des Tages ist sicher, dass wir fast auf den Hund gekommen wären. Wir fuhren ganz gemütlich los und sind noch nach Scopello, einem ruhigen Ort gleich in der Nähe von unserem Startort Castellammare. Apropos Start: den haben wir ordentlich mit unserer Vermieterin verratscht. War ein intensives Gespräch. Deshalb konnten wir uns kaum losreißen. Aber zurück nach Scopello. Oberhalb einer malerischen Bucht leben nur ca. 80 Menschen. Bei der Durchfahrt trafen wir auf ein paar Hunde. Wir blieben ruhig. Einer schnupperte an Elkes Wadl. Eine andere Touristin streichelte ihn intensiv. Doch nach unserer Weiterfahrt trottete auf einmal dieser Hund neben uns her. Auch als es dann leicht abwärts ging,  lief er mit uns mit. Auch nachdem wir ihn in einem steileren Stück abhingen, schloss er bald wieder auf, als es bei uns langsam den Berg hinauf ging. Und so lief und lief er brav und nicht aufdringlich neben uns her. Wenn einer von uns zurückblieb, sah er sich um, wo der andere blieb. Sehr interessant zu beobachten. Als er nach 5 Kilometer immer noch bei uns war, wurde uns schon etwas bang. Wir können ihn ja nicht mitnehmen. Ein schönes Halsband trug er auch. Er hat sicher ein zu Hause. Gut, seine Rippen standen schon etwas aus dem Fell. Entweder er ist nicht super gut genährt, oder er läuft mit jedem mit und hat die Figur eines Marathonläufers (bei denen sieht man auch gerne die Rippen und meint zu Hause gibt’s nichts zu essen… ). Ich versuchte ihn, auf dem Bergaufstück müde zu machen. Ich wurde schneller und der Puls zeigte schon 160 Schläge, als er langsam zurückfiel. Ich wähnte mich schon als Sieger und sah ihn in einer schattigen Ecke ausruhen und hecheln, als er mit erhobenen Kopf an mir vorbeizog. Der hat eine Kondition. Mittlerweile war er schon fast 10 Kilometer bei uns. So nett er war, er darf nicht mit. Außerdem kommen wir bald auf eine Hauptstraße. Und ob er die Verkehrsregeln und die Fahrweise der Sizilianer so gut kennt –  wir wussten es nicht. Auf einem Hügel hielten wir und der Hund blieb einfach brav bei uns. Dann ergriffen wir schweren Herzens die Gelegenheit und flüchteten in die Abfahrt. Wir sahen uns nicht um und hofften, er würde nicht folgen. Aber sicher waren wir uns nicht. Nach ein paar Kilometer war dann nichts mehr zu sehen von dem netten Hund. Ein wenig tat er uns schon leid, aber er hatte es sich selbst ausgesucht. Und was wieder ein ungeklärtes Phänomen ist, Elke scheint eine Hundeflüsterin zu sein. Wir hatten nämlich so eine Geschichte nicht zum ersten Mal erlebt. Und obwohl sich die andere Touristin im Ort mit ihm viel mehr und ganz liebevoll abgegeben hatte, wählte er doch Elke als diejenige, mit der er mitlaufen mochte (und mich zwangsläufig)….
Auf dem weiteren Weg kamen mir an die Küste und sahen hunderte von Meter komisches Schwemmgut an der Küste. Es war oft meterhoch aufgetürmt. Es handelt sich um Seebälle. Seebälle oder Meerbälle sind meist runde, faserig-filzige Gebilde, die weltweit an Stränden zu finden sind, wo sie besonders nach Frühjahrs- und Herbststürmen massenhaft auftreten können. Sie bilden sich aus dem durch die Wasserbewegung herausgerissenen Rhizomgeflecht von Seegras, dessen Fasern auf dem Sandboden durch Wellen und Strömungen hin und her bewegt werden und so kugelig miteinander verfilzen. An Mittelmeerstränden findet man häufig eigroße Seebälle aus den abgestorbenen Pflanzenteilen des Neptungrases.
Am späten Nachmittag errichten wir Trapani und ich dachte, wir müssen uns durch den Abendverkehr einer typischen, sizilianischen Stadt wühlen. Doch wir wurden positiv überrascht. Die Stadt mit seinen 70. 000 Einwohnern war ruhig und wir kamen entspannt im Zentrum an, im dem wir uns eine kleine Privatunterkunft genommen haben. Abends gingen wir schön essen. Es gab mitunter auch Thunfisch, für dessen Fang die Trapanesen sehr bekannt sind. Eine Delikatesse sage ich…. Das haben wir genossen.
Zum Wetter. Sonnig war es. Der Wind war immer noch sehr unangenehm, aber wenigstens nur halb so schlimm wie gestern. Mal sehen, wie es morgen wird….


Tag 4 - Mit Polizeieskorte nach Marsala

Erst mal ein Hinweis. Wer den gestrigen Beitrag schon gestern Nacht oder gleich heute früh morgens las… bitte noch mal lesen. Gestern war ich zu müde zum korrigieren und die Autokorrektur meines Handy hat ganz lustige Sachen zu Tage gefördert…. Aber es könnte der Eindruck entstehen, ich hätte zu viel Vino rosso intus gehabt. Deswegen bitte noch mal lesen.
Heute hatten wir wieder eine Begleitung auf unserer Tour. Aber dazu später. In Trapani fühlten wir uns sehr wohl und haben am Morgen noch mal die Altstadt unsicher gemacht. Wir haben den Fischmarkt der heimischen Fischer besucht. Ein Erlebnis. Der Geruch wird mir noch ein paar Tage in der Nase bleiben….
Anschließend ging es raus aus der Stadt nach Süden. Die Gegend ist voll von Salinen. In zahlreichen Becken wird hier Meersalz gewonnen. Wir haben Haufen gesehen, die von Baumaschinen auf Lastwagen geladen wurden, so gewaltig sind die Mengen. Beeindruckend, das muss man sagen.
Die Straße von Trapani nach Marsala ist recht stark befahren. Trotzdem wird sie als Radroute ausgewiesen. Als einmal der Wegweiser der Radtour auf eine kleine Nebenstraße abbog, dachte ich: Super, da hat jemand mitgemacht und die Tour direkt ans Meer gelegt und weg von der größeren Straße. Eines war allerdings verdächtig. Auf meiner Karte im Navi gab es keinen durchgehenden Weg. Und leider bewahrheiteten sich meine Bedenken, als wir nach einigen Kilometern an einem Zaun standen und die Straße nicht mehr weiterging. Vielleicht könnte man entlang des Strandes querfeldein fahren? Aber wie weiß? Viel Zeit und Kilometer dürfen wir nicht verheizen, da wir heute ungefähr 90 Kilometer normal geplant hatten. Ein Zurückfahren von einigen Kilometern könnte uns die 100er Marke leicht knacken lassen. Da kam gerade ein Radfahrer mit seinem Mountainbike aus dem Niemandsland. Den fragen wir. Und das taten wir. Er meinte, der Weg ist nicht besonders gut und an mancher Stelle durchweicht. Er überlegte kurz und meinte, er würde uns begleiten. Ja, und das tat er dann. Fast bis Marsala fuhr er mit uns. Besser gesagt, wir mit ihm. Er zeigte uns einen Weg durch den Fluss. Nur die Reifen wurden dreckig, wir blieben halbwegs sauber. Im Labyrinth der Pfade und Wege lotste er uns perfekt. Dabei machte er mit uns einen Abstecher zum bekannten Kitesurfer Strand. Hier wohnen teilweise die Profis der Szene und auch ein Weltcup fand hier schon statt. Wir plauderten eine Menge über die Arbeit, Fußball, die Familie und so weiter. Da stellte sich heraus, dass er im Arbeitsleben ein Carabinieri ist. Super, mit einer Polizeieskorte wurden wir noch selten begleitet. Da konnte ja nichts schief gehen. Gut, er hat sich so über uns als Mitfahrer gefreut, dass wir doch etwas Umweg gemacht haben. Aber in seiner Gesellschaft vergingen die Kilometer wie im Flug.
Zur Erklärung: Was sind die Carabinieri? Einfach gesagt sind sie eine Art Militärpolizei, die im wesentlichen allgemeine Polizeiaufgaben verrichtet. Der Großteil der Carabinieri versieht nach Weisung des Innenministeriums allgemeinen Polizeidienst, einige spezialisierte Einheiten sind in Bereichen wie Verbraucherschutz, Gesundheitswesen, Umweltschutz oder Kulturgüterschutz auch im Auftrag anderer Ministerien tätig. Hierbei unterscheiden sich die Carabinieri kaum von der Polizia di Stato Italiens und sonstigen Staats- und Landespolizeien anderer Staaten. Der Grund für das Bestehen zweier nationaler Polizeiorganisationen mit allgemeinen Aufgaben liegt in dem Bestreben, eine übermäßige Machtkonzentration in einer Hand bzw. in einem Ministerium zu verhindern.
Marsala haben wir erreicht. Auch eine schöne Stadt, unserer Meinung kommt sie aber nicht an Trapani oder Catania hin. Na, ja – Geschmackssache. Und eigentlich können wir uns kein Urteil über die Stadt von unserem kurzen Aufenthalt erlauben. Was die Stadt aber bekannt gemacht hat ist „der Marsala“ – der Desertwein. Er hat eine lange Geschichte und ist eigentlich den Engländern zu verdanken. Damit der Wein den Schiffstransport gut überstehen konnte, wurde er mit reinem Alkohol versetzt, um ihn zu konservieren. Der Engländer John Woodhouse hatte sich zuvor mit der Herstellung von Portwein und Sherry befasst und verschiffte 1773 die ersten aufgespriteten Weine von Marsala. Weitere wichtige Weindynastie-Familien waren die beiden über William Ingham miteinander verwandten englischen Familien Ingham, Whitaker sowie die einheimischen Florio. Da heute trockene Weißweine gefragt sind, ist der Marsala als gespriteter Wein stark zurückgedrängt worden und hat nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. In früheren Jahrhunderten beherrschte er jedoch den Markt. Nur wenige Weinhäuser pflegen noch die Tradition.
Weiter ging unsere heutige Tour an der Küste entlang bis Mazaro del Vallo und dann Richtung Landesinnere zu unserem heutigen Ziel: Castelvetrano. Ein großer Ort, der größtenteils von der Landwirtschaft lebt. Hier haben wir uns auf einen Bauernhof zurückgezogen. Viele Tiere sind hier. Die Chefin ist so etwas wie der Capo des hiesigen Tierschutzverein. Und wir wurden gut bekocht und hatten praktisch im Wohnzimmer einen schönen Abend mit Familienanschluss…
Morgen gibt’s nach den 98 Kilometern heute eine etwas kürzere Etappe. Klingt gut, aber es sind dann viel mehr Höhenmeter…. Ist das nicht schön…?

 


Tag 5 - Verdiente Nudeln

Nachtrag zu gestern: Eine nette Begegnung in Castelvetrano, als wir nach einer Unterkunft suchten. Es kamen zwei Jungen, so 9 und 12 Jahre alt und fragten und nach unserer Tour und den Rädern aus. Vor allem die Frage, wie schnell so ein Fahrrad fährt, lag ihnen am Herzen. Kann man halt schlecht beantworten. Kommt auf das Gefälle an. Aber 50-80 km/hat sind immer drin. Und den Schnitt von ca. 20 km/h an diesem Tag auf fast 100 Kilometer fanden sie toll. Da sagt der eine zum anderen: „Schau Dir mal die Waldl an? Die braucht man dafür“ und mach an meiner Wade gleich eine „Druckprobe“. Und sein Kollege auch….. Meine Wadl haben sie noch mehr beeindruckt, als die Radl.
Heute sind wir nach einem sehr ausgedehnten Frühstück auf die Piste und haben den Tag mit einer Abfahrt ans Meer begonnen. Zuerst mussten wir einen Bäcker finden, um ein Brot für die Mittagsjause einzukaufen. Das war kein Problem. Und der alte Bäcker kam gleich hinter dem Tresen hervor und erzählte, dass er 81 Jahre alt ist und bis 70 auch viel Rad gefahren ist. Ja, Radfahren verbindet.
Unser erster Weg führe zum Tempel von Selinunte. Die ausgedehnte Fundstätte besteht vornehmlich aus den Überresten der alten griechischen Stadt Selinus, die in der Antike zu den wichtigsten Siziliens zählte. Davon zeugen u. a. die zahlreichen Tempel, die zu den bedeutendsten griechischen Tempeln Siziliens zählen.
Was aber (finden wir) noch mehr beeindruckte, war der lange Sandstrand von Marinella gleich in der Nähe. Wir sind mit dem Rad durch gefahren und haben dabei oft schieben müssen. Dafür schöne, große, schwarze Käfer entdeckt, die wir beim Eingaben in den Sand beobachtet haben. Es ist nach etwas Recherche der Nebeltrinkerkäfer. Er lebt im lockeren Flugsand der Dünenkämme. Bei Annäherung von Feinden, die optisch wahrgenommen werden, taucht er blitzschnell im lockeren Sand unter. Der Käfer ist imstande, im lockeren Sand nicht nur zu graben, sondern regelrecht durch ihn zu schwimmen. Die Art ist tagaktiv, weicht aber in der heißesten Zeit in die Morgen- und Abendstunden aus. Ruheperioden verbringt er eingegraben im Sand.
Was uns in den letzten Tagen auffiel, ist der Müll. Je nach Gegend sieht man wilde Müllkippen oder der Müll liegt in rauen Mengen neben den überfüllten Mülltonnen. Das sind die Schattenseiten einer so schönen Insel. Trapani und seine Umgebung sind hier eine rühmliche Ausnahme. Dort gibt es Fortschritte bei der Mülltrennung und der Entsorgung. Aber woanders…. Ist es schlimm. Ein Problem ist die totale Desorganisation, das andere die fehlenden Strafen für Umweltsünder. Auf ganz Sizilien gab es in diesem Jahr nur ein paar hundert Geldbußen für verbotenes Wegwerfen von Müll. Gerade mal 87 Hundebesitzer wurden in Palermo belangt, die die Fäkalien ihrer Haustiere nicht beseitigten. Kein Wunder, dass überall Hundedreck die Straßen der Stadt verunziert. Das gesamte Müllsystem in Sizilien ist zusammengebrochen. Die Müllkippen sind voll, Müllverbrennungsanlagen gibt es nicht. Die Regionalregierung will den Abfall angeblich per Schiff nach Norditalien verfrachten. Doch dafür ist gar kein Geld vorhanden. Die getrennte Müllsammlung, einziger Weg aus der Misere, kommt einfach nicht in Gang. 60 Prozent des Abfalls sollte eigentlich in Sizilien sortiert sein, grade mal zehn Prozent sind es offiziell. Doch viel Getrenntes landet am Ende wieder im Ungetrennten, weil die Altpapier-und Plastikverarbeitung 1.000 Kilometer weg auf dem Festland ist. In Sizilien werden die Probleme nie wirklich gelöst, sondern nur verwaltet. Das schafft Arbeitsplätze, auch wenn sie völlig überflüssig sind. Bei der Regionalverwaltung haben sie jetzt eine neue Einrichtung erfunden: das Sonderbüro zur Unterstützung der getrennten Müllsammlung. Als ob man dazu noch mal eine zusätzliche Institution bräuchte.
Schön, dem Käfer eine Zeit lang zuzusehen. Die Zeit verrann wie im Flug und sollte am Abend noch knapp werden. Zur Brotzeit nach 55 Kilometer waren wir in Sambuco de Sicilia. 2016 ist der Ort zum schönsten Dorf Italien gekürt worden. Wir machten Halt für Schinken, Käse und Brot. Bevor wir uns niederlassen konnten, kam ein älterer Mann zu uns. Er meinte, wir sollen doch hier bleiben in diesem schönen Ort. Wir machten Nino, so hieß er, aufmerksam, dass wir noch weiter müssen und 14 Tage ein Tour durch Sizilien machen. Da drückt er uns seine Adresse auf einem Zettel in die Hand und meinte, am Sonntag Abend sollen wir zu ihm kommen. Er zeigt uns sein kleines Privatmuseum und wir können bei ihm bleiben. Außerdem hat er ein paar Freunde, die mit Deutschland verbunden sind. Sie kann er uns vorstellen. Mit ein paar Küsschen auf die Wange verabschiedete er sich. Es hat schon pressiert. Ein jüngerer Bursche hat ihn schon ein paar Mal gerufen. Sie müssen weg um etwas zu arbeiten. Ja, wenn wir am Sonntag nix vorhaben, ist für ein Programm gesorgt. Wieder so eine nette Begegnung.
Die letzten 15 Kilometer nach Chiuso Sklafani haben sich dann am Ende als sehr anstrengend entpuppt. Nicht nur, dass 500 Höhenmeter zu bewältigen waren, auch der Wind wurde immer heftiger. War er am Anfang des Tages schon lästig (weil meistens von vorne), ließ er in kurzen Abfahren kaum mehr als 10 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zu. Puh…. Immer später wurde es und erst kurz vor dem Einsetzen der Dunkelheit kamen wir an.
Unser heutiger Vermieter war 18 Jahre in Reutlingen beschäftigt. So kamen wir gleich ins Gespräch. Später ließen wir den Tag bei Pasta und Salat ein einer kleinen Osteria ausklingen. Touristen gibt es hier sehr wenige. Aus dem Ausland sind es noch weniger. Das Meer ist ganz schön weit weg und einen aktiven Bergtourismus gibt es auch nicht. Sogar unser Reiseführer hat für diese Gegend keine Eintragung. ist für uns super. Das wollen wir…. !!!


Warmes Wetter und warmherzige Menschen

Man könnte auch sagen: Ein Tag auf der „Strada dei pensionisti“. Ein Wunder, dass wir heute überhaupt noch an unserem Ziel angekommen sind. Und das hatte mehrere Gründe.
Unsere Vermieter haben noch viel mit uns geplaudert. Sie beherbergen oft Radfahrer und bräuchten noch ein Paar Bilder für ihre Werbung. Da kann ich sicher helfen und ihnen nach unserem Urlaub die schönsten Bilder und eventuell einen kleinen Film von ihrer Gegend schicken. Das mach ich gerne.
Die Tour sollte eine locker Einheit werden. Die Vermieterin meinte, es geht nur bergab. Wir rechneten mit 65 Kilometer. Bergab könnte das ein lockerer Ruhetag werden, meinte ich noch. Aber es kam anders und wenn ich das Elke heute als Ruhetag verkaufe, kommt das sicher gar nicht gut an. Größen Respekt vor ihrer Leistung, auch heute wieder – immer noch ohne einen Ruhetag.
Zum Wetter – herrlich. Man kann es gar nicht sagen, wie schön das ist mit kurzer Hose und kurzem Trikot zu fahren und zu Schwitzen. Das Schwitzen so schön sein kann. Die ersten Tage war uns eher etwas zu frisch. Wir genossen es deshalb heute.
Nach einem Kilometer hielt ich, um ein schönes Foto zu machen. Da stoppte ein Wagen mit einem älteren Herren, der uns gleich in ein Gespräch verwickelte. Wir freuen uns ja, suchen doch nach solchen Begegnungen, um das Leben und die Menschen besser kennen zu lernen. Er lebte viele Jahre in Reutlingen und arbeitete bei Daimler. Nach einer längeren Pause ging es weiter. Und noch ein paar Kilometer später eine ähnliche Situation. Ein Mann mit einem Panda 4×4. Er dachte sich gleich, dass wir aus Deutschland kommen. Er sprach entgegen dem ersten gleich Deutsch. Nein, er sprach perfektes Schwäbisch. 28 Jahre arbeitete er bei Daimler. Da muss ein Nest sein. Eine schöne Unterhaltung. Er zeigte uns gleich seinen neuen Garten mit über 50 Olivenbäumen, die er gerade für das neue Erntejahr vorbereitet. Ihm tut es auch leid, dass so viel Müll rumliegt (Thema hatten wir ja vor ein paar Tagen, was er im Inhalt bestätigen konnte). Ansonsten ist er glücklich und zufrieden. Wir sprachen noch über Gott und die Welt. Ich kann das gar nicht schreiben, sonst sitze ich morgen noch da. Nach einer Stunde auf der Piste hatten waren doch schon 5 Kilometer gekommen. Das darf jetzt nicht so weitergehen, obwohl wir uns über diese große Herzlichkeit echt freuen.
In Burgos gab’s noch einen Cappuccino und der Barbesitzer mit seinen Gästen ratschen gleich mit uns. Und noch etwas weiter waren dann zwei Männer, die alles von uns und wir von ihnen wissen wollten. Das ist doch schön – echt menschlich hier.
Das mit dem „Nur-Bergab“ entpuppte sich als Fehlinformation. Für Autofahrer mag es vielleicht so erscheinen, als würde es ans Meer nur bergab gehen. Aber die vielen Gegenanstiege summierten sich und die Höhenmeter sammelten sich nur so auf unseren Uhren.
In der Nähe der Küste angekommen, gibt es eine Schnellstraße und eine kleine Nebenstraße, die ich auf der Karte gesehen habe. Diese wurde aber als gesperrt beschildert. Nach 6 Kilometer sollte sie unpassierbar sein. Na bravo, auf der Schnellstraße ging es durch Tunnel und es donnerten viele Lastwagen dahin. Nichts für uns. Wir riskierten es, obwohl es schon wieder spät am Nachmittag war. Komisch, sollte es doch nicht ein Ruhetag sein? Mit jeden Kilometer würde die Straße ungepflegter und uns etwas mulmiger. Wir hatten uns gedacht, dass wir das irgendwie schaffen. Nur ein Erdrutsch, ein eingestürzter Tunnel oder eine eingestürzter Brücke könnte uns aufhalten. Einen Schafhirten fragten wir, nachdem kilometerweit niemand mehr zu sehen war. Er meinte ja und wir waren etwas beruhigt. Tatsächlich war es möglich, allerdings nur mit abgeschnallten Gepäck. Eine Brücke wurde wegen Baufälligkeit gesperrt. Uns hat sich gerade noch ausgehalten….
Schon spät trafen wir an der Küste ein. Unser Ziel waren die Strände unterhalb von Realmonte auf dem Weg nach Agrigento. Dort befinden sich die berühmten „Scala dei Turchi – die türkische Treppe“. Im letzten Licht sahen wir sie noch. Den Rest müssen wir morgen früh ansehen. Die „Türkentreppe“ ist eine blendendweiße Kalkformation, deren schräg verlaufenden Riesenstufen tatsächlich an Treppen erinnern. Ihren Namen bekamen sie, weil hier einst Piraten (die Türken) an Land gegangen sein sollen. Heute wird die malerische Kulisse gerne für Modeaufnahmen oder dergleichen verwendet. Immer Sommer ist hier sicher die Hölle los und kein Parkplatz zu haben. Zur Zeit ist da etwas Flaute, die uns nur Recht sein kann. Wir haben ein Zimmer genommen und der Vermieter, ein jüngerer, sehr netter Bursche, hat uns abends noch zu einem Geheimtipp Restaurant am Hafen mit dem Auto gebracht und geholt. Das war wieder ein Service. Die Sizilianer sind einfach sehr hilfsbereit.
Und das Essen war – echt wahr – der Hit. Normal fotografiert man das Essen ja nicht. Aber für uns war das so etwas besonderes und es hat super geschmeckt. Der Chef des Lokals meinte, es gibt nur ein Menü. Uns war das Recht. Was es gibt, war uns nicht gleich klar. Aber wir sind für alles kulinarische aufgeschlossen. Und das brauchte man hier, das kann ich schon verraten. Als Vorspeise, ganz unverdächtig, gab es eine Schüssel voll grüner Oliven. Danach ein paar Fischpflanzerl für jeden (würde man in Bayern so sagen). Frittiert und nicht nach Öl, sondern nach richtig Fisch geschmeckt. Weiter ging mit einer riesigen Ladung Miesmuscheln. Gut gekocht und lecker gewürzt (mit Knoblauch). War noch nicht vorbei. Es ging weiter mit Krake. Super mit Kräutern und Gewürzen sehr schmackhaft zubereitet. Langsam war man schon leicht angesättigt. Jetzt kamen die Nudeln, eine Portion mit Sepia (Tinte des Tintenfisches) auf Tomatenbasis, die andere Portion mit Knoblauch, Peperoncini und Venusmuscheln. Aber es war noch nicht fertig. Dann kam erst die Fischplatte mit einer kleinen Dorado und zwei Scampi. Als Abschluss noch eine Espresso und ach ja, zum Essen einen guten Weißwein. Das war ein Schlemmermenü. Der Laden war propevoll mit Einheimischen – ein gutes Zeichen. Also, wenn ihr einen Tipp haben wollt, kontaktiert uns. Wir wissen, wo der Laden ist….
Unser Zimmervermieter holte uns vom Lokal (war doch ein paar Kilometer vom Haus entfernt) wieder mit seinem Alfa Romeo ab und machte noch einen Abstecher zu einem Geschäft, in dem wir uns für morgen mit Getränken versorgt haben. Echt ein netter Abend mit vielen Erlebnissen, mehr noch als ich schreiben konnte. Aber sonst artet das als Roman aus.
Morgen weiter fahren. Ruhetag ist noch verschoben. Ab Sonntag soll das Wetter schlechter werden.

   


Leicht von der Kurbel

Gleich vorweg – Die Etappe ging viel leichter also so manche davor. Komisch, waren es doch ein paar hundert Höhenmeter mehr und ungefähr die gleiche Streckenlänge. Es ging von den „türkischen Treppen“ ins Inselinnere nach Serradifalco. Ganz sicher lag es am Wind, der meist von hinten blies und an den angenehmen Temperaturen. Petrus macht auf „Gut-Wetter“, bevor es die nächsten Tage schlechter werden soll. Wir wollen es morgen noch bis Enna schaffen, dann haben wir eine gute Ausgangsposition für die zweite Woche.
Am Morgen sind wir erst mal zu den angesprochenen Treppen gegangen, die ich gestern schon etwas beschrieben habe. Daher jetzt die Fotos aus der Nähe. Sehr beeindruckend, das muss man sagen. Und da jetzt Nebensaison ist, waren wir fast alleine hier an diesem Platz, an dem im Sommer kein Parkplatz zu haben ist und sich die Leute auf den Füßen herumsteigen. Wieder ein Vorteil, wenn man außerhalb der normalen Reisezeit unterwegs ist.
Erst mal kurz vor 11 Uhr machten wir uns auf dem Weg die Küste entlang bis Agrigento. Es wird vermutet, dass der Platz schon früh von einer Ansiedelung der Sikaner eingenommen war, denn ihnen wird das weit in den Fels geschlagene Gängesystem zugeschrieben. Außerdem wurde eine vorgriechische Nekropole westlich der Stadt gefunden. Um das Jahr 582 v. Chr. errichteten Auswanderer aus Gela und Rhodos hier die Stadt Akragas, die später in der Römerzeit Agrigentum genannt wurde. Die herausragendste Sehenswürdigkeit Agrigents ist das so genannte „Tal der Tempel“, das zu einem Archäologie- und Landschaftspark ernannt wurde. Eigentlich handelt es sich dabei um ein Hochplateau südlich der heutigen Altstadt, das jedoch tiefer liegt als diese. Der Archäologie- und Landschaftspark Tal der Tempel ist Bestandteil der archäologischen Stätten von Agrigent, welche die Reste der antiken Stadt Akragas zeigen und zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätzen auf Sizilien gehören. 1997 wurden die archäologischen Stätten von Agrigent von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Bauwerke erinnern sehr an die Akropolis in Athen.
Von der Küste fuhren wir ins Inselinnere. Wieder eine Gegend mit viel Müll und diesmal mit extrem vielen toten Hunden und Katzen am Straßenrand. Leider. Ansonsten war es heute eine Mischung aus Stadt und Land. Und immer wieder eine Überraschung, was uns erwartet. Wir haben schon größere Orte durchfahren, in denen fast kein Mensch zu sehen war und dann wieder kleinere Orte, in denen buntes Treiben herrscht. Und es lag nicht an der Tageszeit oder dem Wochentag.
In den Städten der übliche süditalienische Verkehr. Ich muss an dieser Stelle mal über die Stop-Schilder berichten. Also erst mal: es gibt sie hier, und zwar in großer Vielzahl. Ich habe in der Fahrschule gelernt, dass man am Stoppschild an der Haltelinie für 3 Sekunden anhält, dann unter Umständen bis zur Sichtlinie vorwärts rollt und noch mal anhält. In Sizilien wird Schritt ein und zwei gleich auf einmal vollzogen und als Sichtlinie gilt nicht, dass man als Fahrer die Hauptstraße gerade so einsehen kann, sondern dass die Lenker der Fahrzeuge auf der Hauptstraße einen richtig gut sehen. Das ist doch ein feiner Unterschied. Wie sieht das nun in der Praxis aus (und die haben wir jetzt schon reichlich)? Die Fahrer aus der Seitenstraße mit Stoppschild fahren mindestens bis zur Hälfte in die Spur der Hauptstraße. Dann kann sich der Vorfahrtsberechtigte noch überlegen, ob er einen Schlenkerer um die Front des einfahrenden Fahrzeugs macht oder anhält und ihm die Vorfahren quasi schenkt. Funktioniert gut – wir haben es auch schon probiert. Es beschwert sich auch keiner – jeder fährt so. Ich finde, es passen alle auch auf die anderen gut auf. Elke hat mich aber auf die oft rundherum verbeugen Autos aufmerksam gemacht und meinte, dass es anscheinend nicht immer funktioniert…
Wieder trafen wir sehr freundliche und redselige Menschen. Ich könnte jeden Tag davon berichten. Das lasse ich jetzt. Aber eine Begegnung war schon lustig. In einer kleinen Stadt, es herrschte hektische Treiben, hielt ein Auto an, als ich gerade auf dem Navi den Weiterweg überlegt. Er fragte, wo wir denn herkommen. Ach, München. Super Stadt meinte er. Dann wollte er noch wissen, was wir auf Sizilien machen und wo wir hinwollen. Hinter uns müssten die Autos schon warten. Aber das war unwichtig. Er gab uns noch einen Tipp für die Weiterfahrt und wo wir abbiegen müssen. Keiner hupte, jeder zeigte Verständnis, dass wir uns mitten auf der Straße unterhalten mussten. Das mach mal bei uns….
Nach unserer Ankunft in Serradifalco gingen wir noch zum Einkaufen. In einem kleinen Laden für Schinken, Käse, Wein und so weiter (bei uns Delikatessengeschäft) wurden wir fündig. Er sprach uns an, woher wir kommen und als wir sagten, dass wir mit dem Rad unterwegs sind und eine Rundtour in Sizilien unternehmen, winkte er uns ans Ende der Theke. Wir sollten einen Moment warten. Dann kam er mit zwei Fotoalben zurück und zeigte uns Bilder aus seiner Radfahrerzeit. Er war zehn Jahre lang Profiradrennfahrer in den späten Achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre. Die Namen der Fahrer, mit denen er fuhr, kannte ich noch gut aus den Fernsehübertragungen. Als ich dann erzählte, dass ich auch schon über 200 Radrennen bestritten hat, grinste er und meinte, dass der Sport immer in seinem Herzen ist, auch wenn er nicht mehr so aktiv ist. Aber er hat so viele gute Erinnerungen daran.
Morgen geht es weiter nach Enna. Enna liegt in der geografischen Mitte von Sizilien auf einer Höhe von 968 Metern NHN auf einem hufeisenförmigen Gipfel der Monti Erei, dem Monte San Giuliano. Klingt interessant – worden allem, dass es so hoch liegt…. Nach den 1000 Höhenmeter von heute, gibt es morgen sicher noch mehr…. Wie schön….


Enna – In der Mitte Siziliens

Brrrrr. Heute war es kalt. Aber nachdem wir gesehen haben, dass es zu Hause schneit, kennt uns die 6-12 Grad hier angenehm vor. Trotzdem schlaucht eine Etappe bei Kälte schon viel mehr als bei Heiter-Sonnenschein. Aber so ist das Radfahrerleben. Gutes Wetter ist eben nicht buchbar.

Unser Ziel Enna ist ein Ort auf 931 Meter über dem Meer und ist die geografische Mitte der Insel. Durch seine Sicht über das Inselinnere war der Ort bei vielen Herrschern und die es werden wollten, ein begehrtes Eroberungsziel. Der, welcher Enna beherrschte, kontrollierte das gesamte Inselinnere.

Viel gibt es heute nicht zu erzählen. Eines vielleicht. Auf unserer Tour kamen wir an einer alten Industrieanlagen vorbei, die schon Jahre aufgeben ist und verfällt. Ein Schild verriet, dass es sich um eine Miene handelte, die Kalisulfat förderte. Die Miene wurde 1992 geschlossen. Warum, ist ein kleines Mysterium. Sie hatte noch für ca. 20 Jahre Fördermöglichkeiten. In der jüngeren Vergangenheit wurde leichte, aber doch weit über die Normalwerte liegende Radioaktivität festgestellt. Ein wenig Ungewissheit bleibt und auch ein gewisses Maß an Interpretation und Spekulation. Von natürlichen Prozessen bis zur illegalen Entsorgung von Sondermüll durch die Mafia ist alles möglich. Ein kleiner Eindruck hier aus dem Internet: https://youtu.be/BXHpykUCMvY

Auf dem Weg in der Stadt Caltanisetta fuhren wir an der Fabrik „Averna“ vorbei. Der Averna ist ein Kräuterlikör, ähnlich wie der Ramazotti und in Italien, aber auch bei uns sehr bekannt. Dazu gibt es eine interessante Geschichte. Das Rezept des Averna wurde gegen Anfang des 19. Jahrhunderts von Mönchen des Benediktinerklosters Santo Spirito entwickelt. 1854 schenkte der Mönch Frà Girolamo das Rezept einem Textilhändler namens Salvatore Averna als Dank für dessen Engagement für das Kloster und die Region. Averna stellte den Kräuterlikör zunächst nur für Gäste im Landhaus seiner Familie in Caltanissetta her, wo die Familie die heißen sizilianischen Sommer verbrachte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab er das Rezept und das Geschäft an seinen Sohn Francesco Averna weiter, der den Likör auf Messen in ganz Italien und im Ausland vorstellte. Nach dessen Tod übernahm seine Frau Anna Maria 1923 die Leitung des Unternehmens. Gemeinsam mit ihren Söhnen Salvatore, Paolo, Emilio und Michele baute sie die Marke kontinuierlich aus. 1958 wurde das Familienunternehmen zur Aktiengesellschaft Fratelli Averna S.p.A. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte der Vertrieb des Amaro Averna bereits bis in die USA. 2014 übernahm die Gruppo Campari das Unternehmen. Heute Abend haben wir nach dem Abendessen gleich noch ein Gläschen Averna getrunken. Man muss ja die heimische Wirtschaft hier unterstützen.
So, während ich schreibe, fängt es nun an zu regnen. Die nächsten Tage und vermutlich alle Tage bis zu unserer Rückreise sind wettermäßig ungewiss. Gewiss ist, dass es noch kälter wird. Oft nur maximal 6 Grad am Tag. Zu Hause würde ich bei solchen Temperaturen vielleicht auf der Rolle ein paar Kurbelumdrehungen neben der Heizung machen, aber im Urlaub macht sogar Radfahren bei Kälte und Regen etwas Spaß…. Vielleicht ist es die Freiheit, die man genießt….


Geheimtipp mit Risiken

Die Fahrt von Enna nordwärts gestaltete gleich nach ein paar Kilometern schon spannend. Grund: bei der Einfahrt auf die Straße, die wir nehmen wollten, zeigte ein großes Warnschilder, dass sie nach ein paar Kilometern wegen eines Erdrutsches gesperrt ist. Uiuiui… Dann erinnerten wir uns, dass unsere Vermieterin erwähnte, dass für einige Straßen Umleitungen notwendig sind. Dann könnte das hier auch zutreffen, meinten wir. So fuhren wir drauf los und dachten, es wird schon gut gehen. Als wir dann nach ein paar Kilometer weiter tatsächlich an ein Verbotsschild kamen, das an eine Leitplanke bis mitten in die Straße reichte, wurde uns doch mulmig. Wir folgten erst ein Stück der Umleitung. Es ging bergauf. Auf meiner Karte sah ich einen Feldweg, der wieder auf die verbotene Straße führt. Vielleicht ist das die Umleitung. Als wir einen Mann beim Spazieren trafen, fragten wir. Er meinte, die Umleitung ist für uns viel zu lange. Die verbotene Straße können wir ruhig nehmen. Sie ist nur im schlechten Zustand, da an vielen Stellen sich die Erbe bewegt hat.
Und was kann ich berichten. Es wurde eines der Highlighttage des Urlaubs. Fast 35 Kilometer fuhren wir durch beinah unberührte Natur und ganz alleine. Die Straßen waren tatsächlich an vielen Stellen teilweise um einige Meter abgesenkt, abgerutscht oder kleinere Murren, welche einen Teil der Straße blockierten. Und obwohl für heute ein sehr schlechtes Wetter vorausgesagt wurde, war es sonnig. Da hält man 8-10 Grad Celsius schon aus. Insgesamt ein Traumtag. Mehr kann man dazu gar nicht mehr sagen.
Gelandet sind wir auf einem alten Bauernhof, der zwar keine Tier mehr hat. Dessen Besitzer betreibt hier aber eine kleine Unterkunft und kocht selbst. Er verarbeitet nur biologische Lebensmittel aus der Umgebung. Das kommt unserer Philosophie sehr entgegen und deshalb aßen wir mit Genuss bei ihm zu Abend.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht nicht gut aus. Ab morgen Vormittag um 11 Uhr ist Regen angesagt. Hier in den Bergen auf knapp 900 Meter zu bleiben, wollen wir dann nicht. Es sind Temperaturen knapp an der 0 Grad-Grenze vorausgesagt. Wir müssen in tiefere Regionen. Dort können es schon wieder um 10 Grad sein. Für Outdooraktivitäten zwar nicht ideal. Aber doch besser. Außerdem müssen wir rechnen, dass wir in den nächsten Tagen bis zur Abreise ein langwieriges Schlechtwettergebiet überstehen müssen. Da ist jeder Kilometer, den wir uns Palermo nähern, ein gewonnener Kilometer…..


Brutto tempo

Das war heute eine üble Etappe. Wir kamen zwar früh los. Aber nach einer guten Stunde fing es an zu Regnen. Nicht genug. Der Wind war heftig und fast auf Sturmstärke. Die Bilder von heute sprechen Bände. Aber wenn man schon mal drin ist, kann man eh nicht zurück. Und so arbeitet man sich Kilometer um Kilometer fort. Der Wind war so heftig, dass er mir einige Male das Vorderrad etwas versetzte. Nicht ungefährlich. Muss ich sagen – hab ich noch nicht so erlebt. Der Regen stach regelrecht wie Nadelstiche auf der Haut im Gesicht, weil er so von dem Wind beschleunigt war. Manchmal dachte man, es könnte ein Graupelschauer sein. Gut, dass wir ordentliche Regenkleidung dabei hatten. Aber man kann sich vorstellen, dass bei 5 Grad, die der Radtacho anzeigte und diesem Wind, die gefühlte Temperatur unter dem Gefrierpunkt lag.

In einem kleinen Dorf auf der Strecke, hielten wir für einen warmen Kaffee, der eine Wohltat für innen und außen war. Ja, außen, indem man sich die Hände daran wärmen konnte. Ein Kleidungsstück war heute auf jeden Fall unterdimmensioniert – die Handschuhe. Wir hatten zwar lange Handschuhe. Diese sind aber nicht wasserdicht. Und alle paar Minuten waren sie so voll gesaugt, dass man sie ausdrücken konnte Beim Bällen der Faust kam aus den Handschuhen ein richtiger Schwall Wasser. Bei der Temperatur kann man sich vorstellen, dass die Hände etwas ausgekühlt waren.

Auf dem weiteren Weg hatten wir wieder das gleiche Glück wie am Vortag. Einen gesperrte Straße, die wegen eines Erdrutsches gesperrt war. Wir fragten einen Postbeamten, der sich bei strömenden Regen in seinem Postauto ein Päuschen gönnte. Er meinte, Wahnsinn was wir da vorhätten. Aber die Straße existiert und man kann sie befahren. Wir sollten nur auf die abgesenkt oder abgerutschten Stücke der Straße achten. Das war dann auch so. Und wieder hatten wir 10 Kilometer einen fast verkehrsfreien Weg. Die einzigen, die wir getroffen haben, waren Bauarbeiter, mit denen wir gleich ein nettes Gespräch führten. Sie haben uns auch nicht auf das Durchfahrtsverbot angesprochen. Im Gegenteil, sie gaben noch Tipps für den weiteren Verlauf.

Angekommen sind wir in Cerda und haben uns ein Zimmer genommen. Die Vermieter waren so nett, uns in dem Zustand, in dem wir waren, aufzunehmen. Dreck im Gesicht und Fahrer und Räder eingestellt.
Cerda ist ein Ausflug für Feinschmecker: Das an sich unscheinbare Landstädtchen steht ganz im Zeichen der Artischocke. Automobil-Enthusiasten ist Cerda vielleicht durch die Targa Florio bekannt, erstmals abgehalten im Jahr 1906 und damit das älteste Autorennen der Welt ist. 1973 fand die letzte echte“ Targa Florio statt, doch erlebte die traditionsreiche Veranstaltung in jüngerer Zeit eine Wiedergeburt: Im Oktober 2000 starteten in Cerda rund 150 klassische Rennwagen zum ersten ,,Targa Florio Revival“. Sizilianer verbinden mit dem Namen des 5000-Einwohner-Städtchens Cerda in erster Linie den Gedanken an kulinarische Genüsse: Cerda ist die ,,Hauptstadt“ der Artischocke. 300 Hektar Fläche umfasst das Anbaugebiet, dessen Erzeugnisse bis nach Norditalien exportiert werden. Wohl wissend, was sie dem stachligen Gemüse verdanken, haben die Einwohner der Artischocke im Zentrum von Cerda sogar ein Denkmal in Form einer mehrere Meter hohen Statue gesetzt. Zur Saison, die von etwa Dezember zum bis Mai, Anfang Juni reicht, wird Cerda fast Wallfahrtsort für Gourmets, findet sich in den hiesigen Restaurants und Tavernen doch eine breite Auswahl an Artischocken-Gerichten aller Art. Das Gemüse wird kalt, lau warm, heiß, frittiert, süßsauer, mit oder ohne Fleisch, mit Pasta, im Omelett und so weiter zubereitet.
Und weil wir heute trotz des üblen Regenwetter einen schönen Tag gehabt haben, gönnen wir uns in einem Lokal die volle „Artischocken-Dröhnung“. Es war herrlich und kulinarisch wirklich wert. Ich habe noch nie auf einem Teller so viele verschiedene Artischocken-Gerichte gesehen, geschweige denn probiert.
Und jetzt die Moral aus der Geschichte des Tages: Am Morgen wussten wir noch nicht, wie weit wir kommen würden und wo wir am Ende landen. Und dann kommen wir in den Ort, in dem sich herausstellt, dass es die sozusagen „Hauptstadt“ der Artischocke ist. Da wir in genau der Jahreszeit der Ernte reisten, konnten wir diese Genüsse dann auch noch in vollen Zügen genießen. Da sieht man mal, wie der Tag so verlaufen kann…. So unverhofft – das hätten wir während des Tage bei strömenden Regen und kalten Fingern nie gedacht…. Das macht die Faszination des Radreisens aus!


Termini Imerese und Supercortemaggiore

Dieser Tage gilt es den Wetterbericht sehr aufmerksam zu studieren. Nachdem wir uns gestern im Regen und im Wind durchgekämpft haben, reicht es eine Weile für die Kneippkur. Und da für Donnerstag (also morgen) den ganzen Tag Regen angesagt ist, haben wir uns heute vorgenommen, ans Meer zu fahren und dort zwei Tage zu verbringen. Endlich einen echten Ruhetag. So fuhren wir heute von Cerda (der Artischockehauptstadt – wie gestern berichtet) nach Termini Imerese. Dort haben wir uns eine Wohnung für zwei Tage gemietet, um das Unwetter zu überdauern. Von Cerda wären das nur 17 Kilometer. Und weil der Wetterbericht erst ab Nachmittag ab 14 Uhr Regen angesagt hat, habe ich mir noch einen Umweg um ein schönes Naturschutzgebiet herausgesucht. So sind dann 44 Kilometer und über 600 Höhenmeter daraus geworden. Keine Minute des Urlaubs herschenken, also. An merkt schon, dass die Beine etwas müder sind nach 10 Tagen Tour. Aber morgen ist Ruhetag angesagt, ein richtiger. Kaum zu glauben….

Auf dem Weg Tal wärst fuhren wir am Start des Autorennen Targa Florio vorbei, von dem wir gestern kurz berichtet haben. Überall Werbeaufkleber, unter anderem die Symbole der Tankstellen AGIP. Sicher jeden bekannt, nur dass dabei der Begriff „Supercortemaggiore“ zu sehen war. Und da machte es bei mir „Klick“. Mein Vater sagte jedes mal, wenn ich mal bei AGIP tankte, „tankst Du bei Supercortemarggiore?“ Ich verdrehte schon langsam die Augen, weil ich den Begriff nicht kannte. Mir war die Marke mit dem 6-beinigen Hund, der Feuer spuckte, nur als AGIP bekannt. Und heute sah ich leibhaftig den Begriff, den mein Vater immer mit dem Symbol in einem Atemzug nannte, an der Wand eines Gebäudes stehen. Es gibt ihn wirklich. Grund genug, etwas genauer zu recherchieren. Das tat ich und wurde auf eine sehr interessante Geschichte aufmerksam.

Es war die Geschichte von Enrico Mattei. Sein größter Coup war gleichzeitig ein großer Schwindel. „Supercortemaggiore“ hatte Enrico Mattei in den fünfziger Jahren als Slogan in großen Lettern an allen seinen Tankstellen im Land anbringen lassen. Super-Benzin aus der heimischen Gemeinde Cortemaggiore statt von arabischen oder amerikanischen Ölfeldern – das war die Botschaft, mit der der Chef des italienischen Energiekonzerns Agip die Kunden in den fünfziger Jahren an seine Zapfsäulen locken wollte. Der Self-Made-Industrielle Mattei hatte tatsächlich in der Po-Ebene nach Öl bohren lassen. Nur war der dünne Strahl, der ihm entgegensprudelte, kaum dazu geeignet, den Benzindurst des italienischen Wirtschaftswunders nach dem zweiten Weltkrieg zu stillen. Also verschnitt Mattei das Schwarze Gold aus dem heimischen Boden mit Stoff aus Import-Quellen – und gab es einfach dreist als „Supercortemaggiore“ aus.

Es war nicht der einzige Kniff des Schlitzohrs Enrico Mattei – den die „New York Times“ einmal den „mächtigsten Italiener seit der Zeit des Kaisers Augustus“ genannt hatte – um seine Tankstellen beliebt zu machen. Mattei ersann Anfang der fünfziger Jahre das Konzept der Tankstelle als mondänem Treffpunkt mobilitätsorientierter Italiener. Die heutige Tankstelle, in der man eher Bonbons als eine Autobatterie, eher Croissants als einen Keilriemen bekommt – Enrico Mattei ist ihr geistiger Vater.

Dabei hatte Mattei – während des Zweiten Weltkriegs im antifaschistischen Widerstand – den Posten als Chef der Azienda Generale Italiana Petroli (Agip) 1946 eigentlich bekommen, um den maroden Staatskonzern aufzulösen. Am Ende erreichte er genau das Gegenteil. Mattei träumte von einem italienischen Energielieferanten, der nicht am Tropf des amerikanischen Ölkartells hing. Und weil er bei seinen Bohrungen in Italien zwar kaum Öl, dafür aber Erdgasvorkommen gefunden hatte, gründete er 1953 den Konzern Eni (Ente Nazionale Idrocarburi) und machte die Tankstellenkette Agip zum Aushängeschild des Unternehmens.

Eine Schlüsselrolle bei dieser Mission spielte Mario Bachiocci. Der Architekt entwarf 13 standardisierte Versionen der Agip-Tankstelle. Die kleinste Variante war ein einfacher Kiosk. Je größer die Tankstelle, desto größer auch das Serviceangebot: Es gab dann angegliederte Werkstätten, Bars und Restaurants. Die Krone von Bachioccis Schöpfung war der Tanktempel mit integriertem Motel für große Verkehrsknotenpunkte. Alle 13 Module eint das nüchterne, aber elegante Design, das weit auskragende Betondach und natürlich das Agip-Logo: der sechsbeinige Hund, der Feuer speit.
Wichtig war besonders der Wohlfühlfaktor, den die Verkaufsstellen vermittelten. Tankstellen waren bis dahin eher unwirtliche Orte: kleine Baracken mit einer Zapfsäule davor, nicht immer überdacht, dafür meist mit ölverschmierten Schraubern als Bedienung. Doch für die war kein Platz in der durchgestylten Agip-Welt. Stattdessen begrüßten adrett uniformierte Tankwarte und Tankwartinnen die heranrollenden Kunden.

Während die an der Bar einen Espresso schlürften, kümmerte sich das perfekt geschulte Personal um das Auto. Den reibungslosen Tankvorgang hatten die Agip-Servicekräfte an der Scuola Professionale genauso gelernt wie die Kunst des Verkaufens, den höflichen Umgang mit den Kunden oder die Pflege des Tankstellenvorplatzes. Das Schulungszentrum des Agip-Konzerns in Metanopoli bei Mailand sollte aus den Angestellten nicht einfach Tankwarte machen, sondern Botschafter des Konzerns. Aus allen Ländern, in denen Agip vertreten war, reisten die Lehrgangsteilnehmer an, die Schulungsunterlagen erschienen auf Italienisch, Englisch, Französisch und sogar auf Amharisch, der Landessprache Äthiopiens.

Die Qualitätsoffensive trug bald Früchte: Für viele Italiener wurden die Agip-Tankstellen zur beliebten Anlaufstelle, das Mittagessen in einer der Autobahnraststätten mit dem sechsbeinigen Hund im Logo zum Ausflugsziel von Familien, die am Wochenende ihren nagelneuen Fiat 500 ausfahren wollten. Die Agip-Motelzimmer waren mit ihren modernen, schicken Einrichtungen samt eigenen Bädern eine preisgünstige und viel frequentierte Alternative zu herkömmlichen Unterkünften. Allerdings hatte sich Enrico Mattei auch hier einen schlauen Dreh einfallen lassen: Nur die erste Nacht im Motel war überaus günstig, danach stieg der Preis pro Nacht sukzessive an – schließlich sollten die Leute nicht bei ihm einziehen, sondern lieber sein Benzin verfahren.

Denn bei allem Hang zum scheinbar Schöngeistigen war Mattei vor allem eins: ein knallharter Geschäftsmann, der im Schatten seiner Tankstellenidylle mit Hochdruck an einem Erdölimperium baute. Dabei ging er nicht unbedingt feinsinnig vor. „Ich benutze die Politik wie ein Taxi“, sagte er einmal, „Am Ziel angekommen, bezahle ich und steige aus.“

Mattei war ein Strippenzieher mit unbändigem Ehrgeiz, der auch nicht davor zurückschreckte, sich mit scheinbar übermächtigen Gegnern anzulegen. Bereits seine Bohrversuche in Italien hatte er mit Hilfe zahlreicher Seilschaften in der italienischen Politik gegen die Intervention des internationalen Erdölkartells verteidigt – und sich damit keine Freunde gemacht. „Mit der Attitüde jener Gladiatoren, die sich vor rund 1900 Jahren in der Arena des römischen Colosseums zum Kampf auf Leben und Tod stellten“, schrieb der SPIEGEL 1958, „hat sich Mattei in die Interessensgemeinschaft der Welt-Ölmächte gedrängt.“
Mitte der fünfziger Jahre und damit mitten im Kalten Krieg verhandelte er ein Erdölabkommen mit der Sowjetunion und verschaffte sich außerdem Zugriff auf Teile der arabischen Ölvorkommen. Die sogenannte „Formel Eni“ versprach den Förderländern eine deutlich höhere Gewinnbeteilung als die Abkommen, die die anglo-amerikanischen Gesellschaften ihren Partnern anboten – und hat bis heute Gültigkeit Ende der fünfziger Jahre hatte Mattei nicht nur das Konzept der Tankstelle revolutioniert, sondern auch eines der mächtigsten Kartelle der Welt gebrochen. Diesen Erfolg jedoch zahlte er schließlich mit seinem Leben. Am 27. Oktober 1962 fiel das Privatflugzeug Enrico Matteis in einem Feuerball vom Himmel. Schon direkt nach dem Absturz kursierten Gerüchte über einen Mordanschlag. Jahre später bestätigte sich: Matteis Jet war sabotiert worden.

Bis heute ist allerdings nicht eindeutig geklärt, wer „Signor Petroleum“ vom Himmel holte. Die Theorien über mögliche Täter reichen von der Mafia über den französischen Geheimdienst bis hin zur Geheimorganisation Gladio, eine von westlichen Geheimdiensten gesteuerte Guerilla-Organisation in Europa. Fakt ist: Nachdem der aufmüpfige Macher aus dem Weg geräumt war, wurde die Eni schnell wieder zum verlässlichen Partner der großen Ölkonzerne, die Krawalltaktik Matteis gehörte der Vergangenheit an.

So traf ich nun über einen alten Begriff, den mein Vater mir immer wieder gesagt hat und ich nicht wahr genommen habe, auf diese besondere, italienische Geschichte.

Eine weitere Geschichte, war die unseres heutigen Essens. Nachdem noch Nebensaison ist, sind einige Lokale noch gar nicht geöffnet. Und was dazu kommt ist der Umstand, dass die Italiener erst spät am Abend essen. Die guten Restaurants machen erst um halb acht oder später auf. Der Magen hing uns in den Knien und wir wollten etwas Essen. Deswegen steuerten wir einen Bäckerladen an, der am Abends auch Pizzas macht und als Grillstation ausgeschrieben war. Ein Hähnchen vom Grill geht auch, Hauptsache etwa hinter die Kiemen….
Also gingen wir hinein, und erfuhren, dass hier normal nur Pizzas zum Mitnehmen gemacht werden. Aber sie würden uns Spaghetti mit Knoblauch und Öl machen. Das passt. Super, genau, das was wir wollen. Auf die Frage, ob sie einen Salat hinbekommen, bekamen wir ein „ja“. Ein paar einfache Stühle und Tische im hinteren Bereich des Verkaufsraum standen bereit und wir konnten uns setzen. Nachdem eine Papierserviette über den Tisch gelegt und zwei Plastikbecher darauf gestellt wurden, kam die Frage ob wir etwas zu trinken wünschen. Etwas Rotwein und ein Wasser war unsere Antwort. Auf den Tisch kam eine Karaffe Wein und mangels Weingläser zwei Pilsgläser. Ach ja, man trinkt hier also mehr Bier als Wein, dachten wir. In der Küche verschwanden dann Konserven für den Salat. Wir wussten, hier mir mit dem Dosenöffner zubereitet. Elke schenkte das Wasser in die Plastikbecher und da diese so leicht waren, stieß der Wasserschwall aus der Flasche den ersten Plastikbecher um und das Wasser verteilte sich auf der Papiertischdecke. Mit einigen Servietten das gröbste Malheur beseitigt, kam ich mit dem Wein dran. Nicht lachen, aber denn Wein aus einer Karaffe in ein Pilsglas zu schenken verursachte einen Art Rückstoß und der Wein schoss aus dem Glas zurück auf die…. Ja, die Papiertischdecke. Eilig wieder ein paar Papierservietten geopfert – gut dass wir einige stehen hatten. Wir bekamen einen Lachkrampf. Wir sind irgendwie nicht in der Lage in dieser Art Gaststätte eine gute Figur zu machen….. Sind wir halt nicht gewohnt, in Plastikbecher und Pilsgläser einzuschränken…. Was werden die Wirtsleute wohl denken.? Aber es war ein geselliger Abend mit netten Gesprächen mit den Gästen und den Chefs. Und die Nudeln waren lecker, das muss man ihnen lassen….. Gut muss es in der Spelunke…. Äh… dem einfachen Schuppen sein. Während unseres Essens kam ein Offizieller vom Amt mit Knarre am Gürtel und die Kontrolle war recht schnell vorbei. Also alles in Ordnung…. (können wir aber erst sagen, wenn das Essen bis morgen drin geblieben ist… )
Auf jeden Fall ein interessanter Tag und ein lustiger Abend. In der Einfachheit liegt oft mehr Genuss….


Finale Bergetappe

Gestern war ja unser Ruhetag (mussten einen Tag überdauern, an dem es nur geregnet hat) und wer sich wundert – es gab auch keinen Blogeintrag. War praktisch ein richtiger Ruhetag. Waren nur kurz beim Einkaufen und dann den ganzen Tag gelesen und die Haxerl erholen lassen. Da konnten wir gleich für heute eine härtere Etappe veranschlagen. Ja, und so war es. 67 Kilometer und 1250 Höhenmeter, so die nackten Zahlen.
Erst ging es 35 Kilometer an der Küste entlang, bevor der Finale Schlussanstieg auf uns wartete. Und da ging es über 30 Kilometer nur bergauf. Sozusagen eine Etappe mit Bergankunft. Und das am vorletzten Radltag.
Die Küste entlang (mit Gegenwind und einem Regenschauer) ging es gemütlich. Ich war öfters mit Fotografieren beschäftigt. Die meterhohen Wellen, die an das Ufer schlugen, waren beeindruckend. Da hat sich Elke einen anderen Radler angelacht. Einen jüngeren noch dazu. Nein, Spaß beiseite. Aber in der Tat kam von hinten ein Radler mit Mountainbike und weil Elke meinte, ich wäre es, sprach sie ihn von der Seite an, als er auf ihrer Höhe war. Beide hielten an, Elke, weil sie wirklich auf mich warten musste, der junge Radler, weil er einen fast platten Reifen hatte. In der Zwischenzeit plauderten sie über das kalten Wetter und er zeigt Elke gleich ein Bild, das er auf 1200 Meter in den Bergen gerade geschossen hat. Dort lag nämlich fast 10 cm Schnee. Als ich kam, ratschen wir weiter, bis ein Spezel des Radler eintraf und ihm beim Reifen aufpumpen half. Ich hab gleich das Rad bewundert, das nur aus Carbon (fast alles daran – Vom Rahmen, Sattelstütze, Sattel, Lenker, Vorbau, Felgen, Kurbel,…) bestand. Er meinte, es ist sein Arbeitsgerät, er ist Mountainbikeprofi. Nicht schlecht, wen man da so trifft. Er fragte, wie weit wir jeden Tag fahren und was wir machen auf Sizilien. Ich hätte ja in der Zwischenzeit mit meiner Pumpe ausgeholfen. Aber der Hilfsdienst kam schnell und rückte mit Pressluft an.
Die Küstenstraße haben wir trotz Regenschauer und Gegenwind genossen. Dann kam der Schlussanstieg. Und obwohl es bergauf ging, mussten wir immer mehr Klamotten anziehen. Es wurde immer Kühler, je weiter wir nach oben kamen. Es ging durch kleine Städte und Dörfer, die man als Vororte von Palermo bezeichnen kann. Nicht immer schön, da hier das Müllproblem wieder zutage trat. Und überall Hundegebell von Hunden, die nicht richtig gehalten werden. Es tut einem einfach leid, wie in manchen Gebieten die Menschen mit der Natur und den Tieren umgehen. Umso schöner, dass wir uns kurz vor unserem Ziel (Santa Cristina Gela) immer mehr in Naturregionen begaben. Wir durchführen schöne Weingebiete und Bergtäler. Immer schöner würde es und immer weniger Müll lag rum. Und immer mehr schöne Blumen konnten wir am Wegesrand ausmachen.
Jetzt sind wir gut untergebracht in einem Bed&Breakfast. Der Besitzer war 9 Jahre Fußballprofi in Deutschland. Ist aber über 15 Jahre her. Jetzt vertreibt er Wein aus Sizilien in der ganzen Welt. Er, seine Frau und sein Bruder managen die Unterkunft und ein Lokal, in dem wir lokale Gerichte speißten. Das war doch ein Tag, der sich sehen lassen kann.
Eines ist noch sehr wissenswert. Am Ortseingang unseres Zielortes Santa Cristina Gela wird der Ortsname zusätzlich noch auf Albanisch geschrieben. Der Ort wurde von 1691 von 82 Arbëresh-Landwirte aus Piana degli Albanesi gegründet. In Santa Cristina Gela wird heute noch ein alter Albanischer Dialekt gesprochen. Er gleicht in vielen Wörter schon dem italienischen, aber zu verstehen ist er schwer. Ich bezweifle, dass ein Mailänder alles verstehen kann. Ich tat mich schon schwer, denn als uns unsere Vermieterin zufällig auf dem Dorfplatz erkannte (Fremde hier – das müssen die sein, die gestern Abend angerufen haben), zeigte sie uns unser Zimmer. Dabei redete sie mit mir, ich dachte italienisch, und ich musste mich echt konzentrieren. Ich versteh doch sonst fast alles. Aber der albanischen Dialekt war es, der mich in Schwierigkeiten brachte, obwohl die gute Frau versuchte, italienisch zu reden. Ist vielleicht so, wenn man in die tiefsten bayrischen Orte kommt, da versteht auch nicht jeder Ausländer, der mal Deutsch gelernt hat, was da gesprochen wird. Die Arbëresh sind eine alteingesessene albanische ethnische Minderheit in Mittel- und Süditalien und auf der Insel Sizilien, die in Italien durch per Gesetz „Zum Schutz der historischen Sprachminderheiten“ vom geschützt werden. Ihr zerstreutes Siedlungsgebiet wird in Italienisch „Arbëria“ (auch: Arberia) ggenannt Der Begriff Arbëresh bedeutet „Albaner“ und hat seinen Ursprung im Wort Arber/Arbëri, mit dem man die Region des heutigen Albanien des 15. und 16. Jahrhunderts benannte. Hier auf Sizilien gibt es ein paar Gemeinden mit albanischen Ursprung – alle zwischen Palermo und Cefalu und dessen Hinterland. In der Sprache schätzt man, dass ca. 45 % der Wörter wie in Albanien selbst gesprochen werden, der Rest nicht. Aber nach fünfhundert Jahren ist klar, dass die eine und die andere Sprache sich verschieden entwickelt haben…


Von Klein-Albanien nach Palermo

Am Morgen des letzten Tages sind wir nun zu unserer Schlussetappe aufgebrochen. Die Piano di Albanesi (wir berichteten gestern) liegt ja über 700 Meter hoch in den Bergen. So war der Tagesbeginn sehr kalt und weiter oben in den Bergen lag vom Regen der vergangenen Nacht neuer Schnee. Die Natur hier oben ist unbeschreiblich schön, und das nur 20 Kilometer von der großen Hauptstadt Palermo entfernt. Beim Verlassen des
Anfangs noch im leichten Regen wurde die Straße immer trockener und die Abfahrt machte riesigen Spaß. Als Palermo in Sichtweite war, spürte man, dass der Urlaub und die zweiwöchige Tour bald zu Ende sein wird. Aber noch nicht ganz. Erst fuhren wir noch direkt nach Palermo rein. Ein wenig Respekt hatten wir schon vor der Hektik und dem Verkehr der großen Stadt. Aber das stellte sich als Irrtum heraus. Trotzdem wir auf einer großen Hauptstraße in das Zentrum steuerten, fühlten wir uns sehr sicher. Jetzt wissen wir nicht: lag es daran, dass wir uns an das Fahren in Süditalien schon so gewöhnt haben? Klar. Auf der mehr springen Straße gibt es keine Striche zwischen den Fahrspuren und auf einmal machte jemand, weil eben Platz war, eine dritte Spur auf. Später an der Ampel standen wir dann in vier Spuren. Die Ampel ging auf grün und alles ging ohne Probleme weiter.

Die Innenstadt von Palermo ist traumhaft. Leider konnten wir uns wissensmäßig nicht gut vorbereiten. Alle interessierten muss ich heute auf Wikipedia verweisen. Wir lassen einfach Bilder sprechen.

Die Restkilometer nach Mondello zu unserem Ausgangspunkt war (nach einem Kaffee und einem Eis in Palermo versteht sich) ein schöner Ausklang. Und der Empfang war so herzlich. Die Vermieter haben uns sogar noch Pasta vom Mittag aufgehoben, weil sie dachten, wir könnten nach der Radtour etwas brauchen. So nett. Und nach dem Essen haben noch bis um halb eins geplaudert über so viele Dinge und natürlich über unsere Radtour. Wie sagt man in Italien: „in buona compagnia“ – „in guter Gesellschaft“…

Deswegen der Bericht auch verspätet….

Was wir von Sizilien mitnehmen sind die vielen schönen Erlebnisse, vor allem die Warmherzigkeit der Menschen, die wunderschöne Natur und die Erlebnisse mit unseren Rädern. Sizilien ist mehr als nur die Mafia, es sind die Menschen, die diesen Landstrich prägen…
Wir kommen wieder…

Die nächsten Tage kommen noch die Best-of-Bilder.