RUMÄNIEN - INFORMATIONEN


 

Geschichte der Deutschstämmigen in Rumänien:

 

Vor mehr als 800 Jahren war eine große Gefahr für Europa die Eroberer aus dem Osten. Mongolen und Tartaren waren sehr gefürchtet. Deutsche aus Flandern und Luxemburg und der Moselgegend siedelten sich hier an, um die Südgrenze Europas zu sichern und das Land urbar zu machen. Die Siedlungsschwerpunkte waren Hermannstadt (heute Sibiu) und Bistritz (heute Bistriţa). Für diese Deutschen bürgerte sich die Bezeichnung „Siebenbürger Sachsen“ ein. Das liegt daran, dass die Ungarn von den Sachsenkaisern besiegt wurden und diese Bezeichnung für alle Deutschen angewandt wurde. Es gehörte schon Mut und Fleiß dazu, in ein fernes Land auszuwandern und ein neues Leben zu beginnen, ein Leben das mit vielen Gefahren verbunden war, wie z.B. die Gefahr der Tataren- und der Mongoleneinfälle. Als Gegenleistung erhielten sie aber Rechte, die zu dieser Zeit unschätzbar waren, vor allem die Freiheit. In Deutschland waren sie Lehnsherren unterstellt. Hier wurde ihnen aber ein freies Leben gegeben mit eigener Gerichtsbarkeit, freien Märkten, Zollfreiheit und so weiter. Dafür mussten Sie an den König einen Jahreszins entrichten und bei Bedarf Kriegsdienst leisten. Zum Schutz ihrer Wohnstätten wurden Wehrkirchen und Kirchenburgen errichtet, die heute noch das siebenbürgische Siedlungsgebiet prägen.

Das Territorium wurde auch als Transsylvanien (terra ultrasylvana) bezeichnet, was soviel heißt wie „Das Land jenseits der Wälder“. Trotz aller Wirren und Kriege in diesem Gebiet gelang es den „Sachsen“ die Kultur und Struktur ihres Gemeinwesens aufrecht zu erhalten.

Ihre Sonderrechte verloren sie mit der Eingliederung in die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie 1867. Sie verloren dadurch ihre politische Autonomie.

 

Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie votierten die Siebenbürger im Jahre 1919 für den Anschluss an das Königreich Rumänien. Wenn sie sich Ungarn angeschlossen hätten, wäre ihre deutschstämmige Kultur sofort ausgelöscht worden. Aber auch unter rumänischer Herrschaft hatten sie es wenig besser. Zugesagte Rechte wurden nicht wahr gemacht. Teile des Grundbesitzes der Universitäten und Kirchen ging in Staatseigentum über. Doch die demokratischen politischen Rahmenbedingungen – eine Vertretung im Parlament und eine freie Presse – machten es immerhin möglich, Rechte zu verteidigen oder einzufordern.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg gewannen analog zum Aufstieg autoritärer, nationalistischer Regime in Europa auch innerhalb der Rumäniendeutschen Anhänger nationalsozialistische "Erneuerungsbewegungen" Zustrom, doch erst das Einschwenken der rumänischen Außenpolitik auf die Linie der Achsenmächte eröffnete Berlin die Möglichkeit, die Politik der Rumäniendeutschen umfassend auf das Dritte Reich auszurichten. Am 20. November 1940 erließ die rumänische Regierung unter General Ion Antonescu ein Gesetz, welches der "Deutschen Volksgruppe in Rumänien“ den Status einer juristischen Person zuerkannte. Diese politische Festlegung verband die Deutschen Rumäniens auf Gedeih und Verderb mit dem Geschick des Deutschen Reiches, dessen Katastrophe ihr daher auch zum Verhängnis werden musste. Der Anfang vom Ende der Existenz der Deutschen in Rumänien war besiegelt.

Im Anschluss an den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 wurden Deutsche in das damalige Reichsgebiet überführt. Danach vereinbarte Berlin mit der rumänischen Führung auch die Umsiedlung der Deutschen aus der Südbukowina, der Dobrudscha und dem rumänischen Altreich - insgesamt 214.630 Personen. Mit dem Anschluss Nordsiebenbürgens an Ungarn aufgrund des so genannten Zweiten Wiener Schiedsspruchs vom 30. 8.1940 wurden 70.000 Deutsche zu ungarischen Staatsangehörigen.

Im Februar 1942 bzw. im Mai 1943 schloss Deutschland Abkommen mit Ungarn bzw. Rumänien, wonach die wehrfähigen Deutschen aus Nord- und Südsiebenbürgen zur Waffen-SS eingezogen wurden. Weitere Männer wurden in Einheiten der Wehrmacht, der Organisation Todt sowie in der deutschen Rüstungsindustrie eingesetzt. Rund 15 Prozent von ihnen fielen im Krieg. Von den Überlebenden konnten nur wenige Tausend nach Rumänien zurückkehren, wo sie verhaftet und zum Teil jahrelang in Gefangenschaft festgehalten wurden.

Nach dem am 23. August 1944 vollzogenen Frontwechsel Rumäniens entstand für die auf rumänischem Staatsgebiet lebenden Deutschen eine völlig neue Lage von weit reichender, schicksalhafter Bedeutung. Nur die Deutschen aus dem ungarisch verwalteten Nordsiebenbürgen sowie aus Teilen des Banats konnten bis zum Jahresende 1944 evakuiert werden, viele flüchteten.

Für die in Rumänien Zurückgebliebenen begannen Jahre der Entrechtung, Verschleppung und Diskriminierung, die ihren Willen, in den alten Siedlungsgebieten auszuharren, entscheidend geschwächt haben. Die von der Sowjetunion eingesetzten Behörden übten Rache an den Deutschen, denen sie eine Kollektivschuld an der "Teilnahme Rumäniens am antisowjetischen Krieg und der Besetzung Rumäniens durch Nazideutschland" zuwiesen.

Im Januar 1945 wurde die arbeitsfähige deutsche Bevölkerung Rumäniens - Männer zwischen 17 und 45 und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren - zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert.

Da für die Sowjetunion die Rumänen anfänglich auf der falschen Seite im Krieg waren, wurden sie zu Reparationen gezwungen. Da sie aber keine Finanzmittel oder Gleichwertiges hatten, beglich man die Schulden mit der Verschleppung der deutschstämmigen zur Zwangsarbeit.

Ungefähr 15 Prozent der insgesamt 75.000 Deportierten kamen dabei ums Leben, viele der Heimkehrer wurden aus der Sowjetunion in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands entlassen, andere gelangten in die Westzone bzw. die Bundesrepublik Deutschland sowie nach Österreich.

 

In den ersten Nachkriegsjahren wurde die deutsche Minderheit in Rumänien in besonderer Weise diskriminiert. Die Deutschen verloren alle politischen Rechte; der am 05.02.1945 erlassene Minderheitenstatut, das die Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität garantierte, galt für sie nicht. Zwischen 1946 und 1950 besaßen die Rumäniendeutschen kein Wahlrecht. Durch das Agrarreformgesetz vom 23.03.1945 verloren sie ihren landwirtschaftlichen Grundbesitz sowie ihre Häuser mit lebendem und totem Inventar. Damit wurde den rumäniendeutschen Bauern - im Jahre 1945 machten sie noch 77 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung - ihre selbständige Lebensgrundlage entzogen. Im Jahre 1956 waren nur noch 22 Prozent der Deutschen in der Landwirtschaft tätig.

Nach der Ausrufung der Volksrepublik am 31.12.1947 waren Deutsche ebenso wie die anderen Minderheiten von den Maßnahmen im Zuge des "sozialistischen Aufbauprozesses" betroffen. Mit dem Verstaatlichungsgesetz vom 11. Juni 1948 wurden alle privaten Industrie-, Bank und Gewerbebetriebe Rumäniens in Staatseigentum überführt, im August 1948 wurden die Schulen verstaatlicht - ein schwerer Schlag auch für die Kirchen der Deutschen.

Die geistigen und politischen Eliten der Deutschen wurde nach 1948 ebenso wie die der Rumänien oder Ungarn in Gefängnisse gesperrt oder in Straf- und Arbeitslager verbannt. 1952 wurden zahlreiche Städter, darunter auch Deutsche, aus den großen Städten zwangsevakuiert.

Nach dem Tode Stalins trat in Rumänien auch für die deutsche Minderheit eine Wende zum Besseren ein. Die Zwangslager wurden bis 1964 aufgelöst, die innerhalb Rumäniens Deportierten und Evakuierten durften in ihre Wohnorte zurückkehren, ein Teil der enteigneten Häuser und Höfe an die Betroffenen zurückgegeben. Trotz der Rücknahme der einseitig diskriminierenden Maßnahmen war jedoch nicht zu übersehen, dass die Deutschen in Rumänien in ihrer Substanz schwer getroffen waren. Vieles von dem, was seit Kriegsbeginn geschehen war, ließ sich nicht mehr rückgängig machen: die Trennung zahlreicher Familien infolge Krieg, Flucht und Deportation, die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage der Deutschen in Stadt und Land, die soziale Deklassierung, die Zerstörung der gewachsenen dörflichen Gemeinschaften sowie der städtischen Mittelklasse, die Liquidierung eines Teils der rumäniendeutschen Eliten, der Verlust des kulturellen Identitätsgefühls, die zunehmende Isolierung vom deutschen Sprach- und Kulturraum. Die Rumäniendeutschen waren "vertrieben, jedoch im Vertreibungsland zurückgehalten".

In den ersten Jahren nach dem Machtantritt des neuen rumänischen Staats- und Parteichefs im Jahre 1965 machten die begrenzten Liberalisierungsmaßnahmen des Regimes auch vor den Rumäniendeutschen nicht Halt. Im Jahre 1968 kam es zur Gründung eines so genannten "Rat der Werktätigen deutscher Nationalität". Es wurden neue deutsche Zeitungen und Zeitschriften ins Leben gerufen, ein Minderheitenverlag gegründet, deutsche Fernsehsendungen eingeführt und der landeskundlichen Forschung etwas mehr Spielraum gewährt. Die Minderung des innenpolitischen Drucks und die zeitweilige Liberalisierung fand jedoch unter den Deutschen nicht das vom Regime erwünschte positive Echo. Nach der 1967 erfolgten Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Bukarest trat für die Rumäniendeutschen das Ziel der Ausreise in den Vordergrund. Diskriminierungen und Sanktionen entmutigten sie nicht, vielmehr bestärkten sie die Deutschen in ihrem Wunsch, Rumänien zu verlassen. Sie setzten auf die Fürsprache der Bundesregierung und auf die Bereitschaft der rumänischen Führung, humanitäre Fragen wie die Zusammenführung getrennter Familien im Einklang mit den bei der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975 eingegangenen internationalen Verpflichtungen zu lösen. Die deutsche Bundesregierung hatte unter wechselnden Regierungen konsequent an ihrem doppelten Fürsorgeprinzip - Hilfe für die Bleibenden und zugleich Unterstützung für die Ausreisewilligen - festgehalten.

Nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen stieg die Zahl deutscher Aussiedler aus Rumänien rasant an - von ungefähr 900 pro Jahr im Zeitraum 1950 - 1967 auf durchschnittlich 3.400 jährlich zwischen 1968 und 1971. Zwischen 1973 und 1977, als das Verfahren bereits in einigermaßen geregelten Bahnen verlief, erreichten die Aussiedlerzahlen durchschnittlich 7.200 Personen pro Jahr an. Anlässlich seines Rumänienbesuchs traf Bundeskanzler Helmut Schmidt mit Rumäniens Staats- und Parteichef Nicolae Ceauåescu eine Vereinbarung, wonach Rumänien sich verpflichtete, jährlich zwischen 12.000 und 16.000 Deutschen die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland zu gestatten. Im Gegenzug sagte der Bundeskanzler die Zahlung eines Pauschalbetrags pro Aussiedler zu. Dieser Betrag stieg von 5.000 DM im Jahre 1978 auf 7.800 DM zum Zeitpunkt der Wende. Seit Beginn der achtziger Jahre verschlechterte sich die Lage der deutschen Minderheit in Rumänien in erheblichem Maße. Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise im Lande sank der Lebensstandard der gesamten Bevölkerung auf das niedrigste Niveau nach Kriegsende.

Der Gebrauch der Muttersprache in der Öffentlichkeit wurde eingeschränkt, viele der begrenzten Liberalisierungsmaßnahmen der 60er Jahre im kulturellen und schulischen Bereich zurückgenommen. Die wachsenden Aussiedlerzahlen hatten einen verhängnisvollen Rückkoppelungseffekt zur Folge, der Prozess entfaltete eine fatale Eigendynamik: Die örtlichen Gemeinschaften zerfielen, sinkende Lehrer- und Schülerzahlen an den deutschen Schulen führten zu einem verschlechterten Unterrichts- und Bildungsangebot auch für jene Rumäniendeutschen, die noch nicht zur Ausreise entschlossen waren. Als die Bürger Rumäniens nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die Freiheit zum Verlassen des Landes erlangten, verließen innerhalb von sechs Monaten 111.150 Deutsche Rumänien.

 

 

Geschichte des Grafen Dracula:

 

Ein paar Worte über die Historie des Draculas: Bei Dracula handelt es sich um die zentrale Romanfigur im gleichnamigen Roman des Iren Bram Stoker, der diesen im Jahr 1897 schrieb. Die Geschichte handelt von einem grausamen, untoten Grafen aus Transsylvanien, der als Vampir des Nachts sein Unwesen treibt. Am Ende kann er nur mit einem Pfahl durch sein Herz und dem Abtrennen des Kopfes unschädlich gemacht werden.

Wenn es aber in Rumänien eine Draculaburg nördlich von Cuerta de Arges gibt, die Figur aber einem Roman entstammt, was ist nun wahr an der Geschichte und was Erfindung?

Nun ja, tatsächlich herrschte im 15. Jahrhundert in der Walachei ein Fürst namens Vlad Draculea. Sein Vater hat im Jahr 1431 die Türken besiegt und vom Kaiser Sigismund aus Nürnberg den Titel „Ritter des Drachenordens“ verliehen bekommen. Er war der erste, der so den Beinamen „Dracul“ führte. „Dracul“ stand dabei für Drachen. Ironischerweise bedeutet im Rumänischen das Wort „dracul“ übersetzt Teufel. Sein Sohn verteidigte das Land ebenfalls gegen die Türken, musste sich aber auch gegen intrigierende Adelsgeschlechter in Rumänien und den mächtigen König von Ungarn behaupten. Er war als sehr brutal bekannt. Sein Markenzeichen bei den blutigen Schlachten war das Pfählen. Dabei wurden die Gegner an der Körperunterseite mit Speeren erstochen und die Speere in den Boden gerammt. Die Grausamkeit war, dass die Aufgespießten durch ihr eigenes Körpergewicht auf den Speer gedrückt wurden und so langsam getötet wurden. Vlad Dracul bekam dabei auch den Beinamen „Der Pfähler“ und so war er bekannt als Vlad Ţepes (Vlad der Pfähler).

Bram Stoker hat die historische Figur des Dracula, Vlad Tepes, als Vorlage für die Hauptfigur seines Romanes genommen. Er war zwar nie in Rumänien, aber sonst war er weit herumgekommen und sehr gebildet. Sicherlich hat er gehört vom „Land hinter den Wäldern - Transsylvanien“, das so unheimlich zu jener Zeit erscheinen musste und so es die ideale Umgebung für Gruselgeschichten war.

Heute wird der Rummel um den Vampir aus den Büchern und Filmen für den Tourismus genutzt. In Kronstadt wird die Törzburg (rumän. Bran) als Draculaburg vermarktet. Sie sieht mit ihren Erkern und Türmchen genau so aus, wie es sich mancher Leser des Romanes vorstellt. Allerdings wurde sie erst weit nach Vlad Tepes erbaut. Die richtige Burg des Walachenfürsten ist hier am Tor zur den Karpaten in der engen Schlucht des Flusses Argeş. Von hier konnte das zentrale Europa gut verteidigt werden. Mitten in der Schlucht befindet sich hoch am Berg die Ruine der Burg auf einer riesigen Felsnadel. Nur noch wenige Mauern sind erhalten. Natürlich kann man hier touristisch mit den spärlichen Überresten nicht viel Kasse machen. Gut, es ist die Burg Draculas, aber außer ein paar 600 Jahre alten Steinen ist nicht mehr viel zu sehen.