Inselabenteuer auf Madeira

Karte Madeira




1. Tag: Donnerstag, 22.11.2001
1160 Höhenmeter, 20,8 Kilometer, 2:19 Std.
Steile Begrüßung

Mir fällt auf, dass wenig Wanderer in den Flieger nach Madeira steigen. Man würde es sofort am Outfit oder am professionellen Rucksack erkennen. Es sind hauptsächlich eher sonnenhungrige, die mit mir den 4.000 km langen Weg in Angriff nehmen. Nach einer Zwischenlandung in Stuttgart geht es weiter. Mit Rückenwind sind wir sogar 25 Minuten schneller in Madeira wie geplant. Der Landeanflug ist schon ein Abenteuer. Die Start- und Landebahn ist am Ende einer Bucht und kann somit nicht geradlinig angeflogen werden, sondern der Pilot muss mit niedriger Geschwindigkeit durch die Bucht kurven und dann auf die Landebahn treffen, die auch noch so kurz erscheint, als müsse man auf einem Flugzeugträger landen. Durch die niedrige Geschwindigkeit schwankt und rüttelt der Flieger und in vielen Blicken der Passagiere ist Anspannung zu sehen. Mir kommt das gerade recht, so kann ich aus dem Fenster schon in Ruhe den Flughafen inspizieren, wo ich meinen Fahrradkarton verstecken kann. Kurz vor der Landebahn sind wir noch anständig hoch und der Pilot lässt sie ziemlich hart herunterkommen. Mit einem dumpfen Ruck drückt es uns in die Sitze. Das war ein harter Aufprall. Nun steigt der Kapitän sofort kräftig in die Eisen und bremst die Maschinen Formel-1-verdächtig herunter. Raunen und Tuscheln hört man unter den Passagieren. Für mich ist das nicht so wild. Mit dem Fahrrad wird es die nächsten Tage oft eine ruppigeres Fahrweise geben.

Mein Gepäck kommt gut an. Auch das Bike ist heil. Im Flughafengebäude schwinge ich die Schraubenschlüssel und zimmere mein Fahrrad zusammen. Jetzt muss nur noch der Karton verstaut werden. Der Flughafen ist eine kleine künstlich angelegte Plattform an der Ostküste Madeiras. Er ist sehr klein angelegt und bietet kaum Verstecke für einen so sperrigen Karton. Da ich alleine bin und nicht ohne Fahrrad auf Erkundungstour gehen kann, zerlege ich das zu versteckende Monstrum. Ich schneide oben und unten die Seiten auf und entferne die großen Klammern. Dann lege ich den Karton zusammen und falte in noch dreimal. Jetzt ist er so kompakt, dass ich ihn mitnehmen kann. Bei einem Parkplatz finde ich ein geeignetes Versteck. Ich sehe einen der wenigen Bäume auf dem Flughafengelände stehen. Er ist dicht belaubt. Da die Erde am Boden sehr feucht erscheint, rechne ich schon mit Regenschauern. Der Karton muss also auch davor etwas geschützt werden. Ich klettere den Baum etwas hoch und klebe ihn mit etwas Tape an den Stamm. Mal sehen, ob er noch nach einer Woche da ist und oder er aufgeweicht ist oder nicht.
Jetzt muss noch Benzin für den Kocher besorgt werden. Ich verlasse das Flughafengelände und nehme die Straße bergauf. Hier ist die Besiedelung eher dünn. Ob hier eine Tankstelle zu finden ist? Das portugiesische Wort für Tankstelle habe ich schon gelernt und sicherheitshalber frage ich einen Passanten. Er meint, hier wäre keine, nur unten am Hafen in Santa Cruz. Gut, dass ich gefragt habe. Ich fahre die paar hundert Meter zurück und komme nach St. Cruz. Ich frage mich im engen Straßendschungel des Ortes noch einmal durch. Mitten auf dem Marktplatz finde ich sie nun. Zwei Zapfsäulen stehen einfach mutterseelenallein da und das Häuschen für die Kasse ist halb so klein, wie die Toilette zu Hause. Für 50 Escudos tanke ich Superbenzin und zahlen mit einem 5.000er Schein. Das gibt Wechselgeldprobleme. Aber nun kann es endlich losgehen, das neue Abenteuer.
Nach ein paar Kilometern kann man bereits erste Eindrücke verarbeiten. Die Straßen hier sind steil, die Vegetation sehr üppig. Jede Straße besitzt eine Wasserrinne auf jeder Seite. Das lässt auf viel Niederschlag schließen. Hoffentlich bleibe ich davon in dieser Woche verschont. Doch die dunklen Wolken am Himmel zeigen sich bedrohlich.
Ich fahre im ersten Gang und dieser gleicht bei einem Verhältnis von 20:30 einer Rentnerübersetzung. Trotzdem schlägt mein Puls um die 160 Schläge. Das ist eindeutig zuviel auf Dauer. Doch noch langsamer kann ich gar nicht fahren. Ich denke mir, es wird wohl auch mit mir zusammenhängen. Morgen reiße ich mich dann am Riemen und halte den Puls unter 140, was für mich mein Ausdauerbereich ist, bei dem ich lange, lange Zeit fahren kann.
Ich habe immer noch kein Wasser. Bei einer Bar halte ich an und kaufe eine Flasche zum Soforttrinken. Den großen Wasservorrat für das Kochen und Waschen will ich erst oben in den Bergen in der letzten Ortschaft erwerben, um es nicht auch noch lange hinaufzufahren. Wie gut doch einfaches Wasser schmecken kann, wenn man durstig ist. Weiter geht's. Es ist immer noch sehr warm und ich schwitze. Je weiter ich nach oben komme, um so stärker wird der kühlende Wind. Ich erreiche Santo da Serra, den letzten Ort,.........

Wer mehr lesen von der Geschichte lesen will, kann das Ebook im Kindle-Shop erwerben.

Flug Madeira
 

Schafweide


2. Tag: Freitag, 23.11.2001
1665 Höhenmeter, 49,1 Kilometer, 4:00 Std.
In der Bar

Funchal
 

Cabo Ciaro

 


3. Tag: Samstag, 24.11.2001
1370 Höhenmeter, 41,6 Kilometer, 3:37 Std.
Die Nacht im Wald

verlassener Garten

Steile Straße


4. Tag: Sonntag, 25.11.2001
1375 Höhenmeter, 27,4 Kilometer, 3:06 Std.
In den Wolken

Wald

Paul da Serra


5. Tag: Montag, 26.11.2001
465 Höhenmeter, 21,8 Kilometer, 1:11 Std.
Kurzer Ausflug

Regenfahrt


6. Tag: Dienstag, 27.11.2001
2320 Höhenmeter, 85,8 Kilometer, 5:29 Std.
Königsetappe

Nasse Straße

Kaktus


7. Tag: Mittwoch, 28.11.2001
380 Höhenmeter, 24,0 Kilometer, 1:32 Std.
Kalter Start in den Tag

Palme am Meer

Genuss