RUM und ZIGARREN

Mit dem Rad auf Kuba

März 2015


DAS BUCH ZUR REISE - Hier ein kleiner Appetithappen...

Der Trailer zum Buch:


RUM und ZIGARREN – Mit dem Fahrrad auf Kuba

Schon im Herbst 2014 begannen die Planungen für eine größere Fahrradreise. Als Ziel haben wir KUBA ausgewählt. Das Land, das man spontan mit Rum, Zigarren, Fidel Castro, Oldtimer, Che Guevara und Salsa verbindet hat uns gereizt.

Um die Karibikinsel mit dem Fahrrad zu bereisen haben wir uns die trockenste und einigermaßen kühlste Reisezeit ausgesucht: den März.

Die Reise haben wir so geplant, dass wir parallel zum Fahrrad auch ein Auto mieten. Eigentlich fahren wir gerne mit Sack und Pack mit unseren Rädern bei Ankunft am Flughafen los. Das wäre hier prinzipiell auch möglich. Allerdings würden wir so nur einen kleinen Teil des Landes erkunden können. So entstand die Idee, größere Entfernungen auf der Karibikinsel mit dem Auto zu überbrücken und in jeder Gegend Radtouren (Tagestouren und Mehrtagestouren) zu unternehmen. Damit wollen wir weite Teile des Landes, der Menschen, des Lebens und der Natur entdecken. Ein Blick hinter die Kulissen dieses besonderen Landes wird damit ermöglicht.

Auf Kuba ist Internetzugang ein besonderer Luxus. Privat fast kaum vorhanden gibt es nur in größeren Städten oder in Hotels einen PC mit Internetanschluss zu horrenden Preisen. Deswegen ist das bloggen unmöglich gewesen. Aber ein wenig Abstinenz von all der Technik (Ausnahme Videokamera und Fotoapparat) schadete uns nicht.

Ich schreibe in der Vergangenheitsform. Unsere Reise ist nämlich schon zu Ende. Wir sind wieder gesund und mit vielen Eindrücken zurück in Deutschland. Aber wir wollen Euch ein wenig an unserer Reise teilhaben lassen. Deswegen werde ich in den nächsten Tagen (oder Wochen) immer wieder den Ablauf unserer Reise nachbereiten und Euch einen Einblick in das Land der Revolution zu geben.

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Havanna – Die Grand Dame der Karibik

Heute werde ich von Havanna berichten. Gleich vorweg, ich will eigentlich nicht die Bildbandromantik von tollen Kolonialhäusern und Oldtimern verbreiten. Havanna ist eine schöne, historisch sehr interessante Stadt. Ich würde sie nicht wie in anderer Literatur als “Perle der Karibik” oder als “Paris der Karibik” bezeichnen. Ich nenne sie “Die Grand Dame der Karibik”. Sie hat einen besonderen Charme, ist in die Jahre gekommen und braucht etwas mehr Pflege als früher.

Aber das Land ist arm. Die Stadt gleicht einem Museum. Die schönen Häuser verfallen mehr und mehr. Es ist eben auch kein Geld für große Investitionen vorhanden. Havanna ist groß. Im historischen Zentrum wird bereits mit Investitionen begonnen die Häuser herzurichten. Das gelingt und ist die Gegend, welche die Touristen am meisten zu sehen bekommen.

Bereits im “Centro” sieht die Welt anders aus. Trotz der oft verfallenen Fassaden findet man im Inneren sehr gut erhaltene Häuser vor. Es ist zwar alles alt was die Leute besitzen. Aber sie achten sehr auf Ihre Sachen. Antiquitätenhändler würden vor Freude weinen, wenn sie diese Schätze sehen würden. Hoffentlich kommen sie nicht allzu schnell auf die Insel…

US-Oldtimer aus den 50ern gibt es tatsächlich noch eine Menge. Die Besitzer machen oft ein Taxi daraus. Der Originalmotor ist natürlich nicht mehr drin. Es brubbelt kein 4 Liter/8 Zylinder, der würde auch zu viel Sprit kosten. Oft sind es Lada-Motoren oder japanische Antriebseinheiten. Die Dinger haben oft schon hunderttausende von Kilometer hinter sich. Teilweise werden sie nur von Spachtelmasse zusammengehalten, aber sie fahren.

Wir waren in einer Privatunterkunft im Centro untergebracht. Wir haben 1,5 Tage in Havanna verbracht. Uns reichte es, wir sind eben keine Stadtmenschen. Aber es war höchst interessant durch die Stadt zu gehen und das rege Treiben zu beobachten. Am zweiten Tag waren wir im Revolutionsmuseum, in dem die Geschichte der Revolution um Fidel Castro genauestens dokumentiert wird. Sehr interessant. Auch die Schauplätze wurden beschrieben. Stellen, an denen wir im Laufe der Reise noch sein werden. Alles um Fidel, Raul, Che und Camilo wird ausgestellt, sogar die Stiefel von Fidel Castro. Nur die Unterhose von Che Guevara hätte die Sammlung abgerundet.

Ein paar Bilder gibt es auch von Havanna. Die meisten sehen romantischer aus, als die Wirklichkeit. Aber es war eine sehr interessante Stadt, die bei einem Urlaub auf Kuba nicht fehlen darf.

Das nächste Mal berichte ich von der Fahrt auf der Autobahn und vom Westen Kubas. Seid gespannt.

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Autobahnen und Straßen auf Kuba

Heute geht es um die Straßen und den Verkehr auf Kuba. Mit dem Radfahren spanne ich Euch noch etwas auf die Folter. Damit geht es beim nächsten Beitrag los. In Havanna hätte ich eigentlich gedacht, dass wir eine Runde mit dem Rad durch die Stadt drehen. Aber hier hat sich der Fußmarsch einfach besser bewährt. Da wir ja nicht unbedingt Stadtmenschen sind, haben uns zwei Tage in Havanna gereicht. Anschließend sind wir mit dem Auto nach Westen ins Vinalestal gefahren. Es liegt ca. 200 Kilometer von Havanna entfernt.

Der Verkehr auf Kuba ist typisch südländisch. Es wird viel gehupt und alle fahren durcheinander. Aber es funktioniert. Jeder passt eben auch auf andere auf und beharrt nicht immer auf sein Recht. Die Straßen in Havanna haben schon das eine oder andere Schlagloch. Es gibt aufgrund der engen Gassen aus der Historie heraus viele Einbahnstraßen. Der Weg nach Westen besitzt eine lange Strecke Autobahn. Ja, Autobahn. Die kann man sich nicht so vorstellen wie eine Autobahn bei uns. Jeder Fahrstreifen hat in der Regel drei Spuren. Manchmal fehlen Markierungen. Auch kann mal ein Pferdegespann entgegen der Fahrtrichtung auf dem Standstreifen dahin traben. Es wird auch gerne links über den Mittelstreifen abgebogen und die Gegenspur gekreuzt. An Ein/Ausfahrten stehen oft viele Menschen und hoffen per Anhalter mitgenommen zu werden. Kuba hat ein großes Transportproblem. Die öffentlichen Verkehrsmittel reichen nicht aus um die Bevölkerung immer dorthin zu bringen wo sie hin wollen. Radfahrer auf der Autobahn sind auch Standard. Hin und wieder gibt es riesige Schlaglöcher. Es heißt immer konzentriert fahren. Bei der Autovermietung hat sich die Hauptteil der Erklärung des Wagens um den Radwechsel gedreht. Ohne Reifenpanne durchzukommen wäre schon Glücksache wurde uns gesagt. Das ist Vertrauen erweckend.

Nett sind auch die vielen Verkäufer von Zwiebeln, Knoblauch, Käse, Kuchen, die auf dem Mittelstreifen den Autofahrern ihre Leckereien feilbieten. An einer Raststätte ist mal entgegen der Fahrtrichtung ein Auto herausgefahren um die Autobahn zu überqueren (incl. Mittelstreifen) und in die andere Richtung weiterzufahren.

Es kann auch mal vorkommen dass nur ein Fahrstreifen existiert. Dann fahren beide Richtungen auf einer (wie wenn bei uns mal Baustelle ist). Für die andere Seite hat's den Teer nicht gelitten….
Die Spuren sind aber nicht getrennt. Jeder ist angehalten rechts zu bleiben. Die Mittelspur dient beiden Richtungen zum überholen.

Das hört sich alles haarsträubend an, aber es fahren nur sehr wenige Autos auf den Autobahnen. Die Einheimischen haben nicht so viel Geld für Sprit über längere Distanzen. So sind die Schnellstraßen nicht überfüllt. Außerdem darf man auf der Autobahn nur 90 oder 100 km/h fahren.

Auf der Landstraße und besonders in Ortschaften wird gemütlich gefahren. Das ist auch notwendig. Denn es gibt sehr viele Langsamfahrer: Pferdekarren, Ochsenkarren, Radfahrer, Radler mit Anhänger, Fußgänger, Reiter zu Pferd oder alte Traktoren. Man lernt, gemütlich zu fahren, a bisserl zu Cruisen… kubanisch fahren eben…

Die Oldtimer, die man mit Kuba so klassisch verbindet, klappern übrigens lauter als das Motorgeräusch.

Es gäbe noch so viel zu schreiben über den Verkehr auf Kuba. Aber vielleicht kommt das eine oder andere noch in den nächsten Berichten.

Als nächstes kommt ein Bericht über das Vinalestal. Es ist eine ländliche Region. Dort wird viel Tabak angebaut. Auch sonst gibt es viel Landwirtschaft. Außerdem ist die Gegend schön grün und voller Palmen.

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Radtouren in Vinales und Umgebung

Nachdem wir in Vinales, im Westen Kubas, angekommen sind, starten wir endlich zu unseren Radtouren. Hier sind wir schon richtig auf dem Land. Das Vinalestal ist berühmt für seinen Tabakanbau. Auch sonst gibt es viel Landwirtschaften.

Die Haus- und Nutztiere (Hühner, Schweine, Kühne, Ziegen, Schafe, Kühe) laufen alle frei herum. Fast immer ohne angebunden oder in einer Umzäunung gefangen zu sein. Anscheinend wissen Sie, auf welchen Grill….. äh… wo sie hingehören.

Wir bleiben 6 Tage hier um Radtouren in der grandiosen Landschaft zu machen. Nach der Ankunft unternehmen wir eine kleine Einrolltour in der Umgebung. Endlich klackern die Ritzel und surren unsere Reifen. Deswegen sind wir ja auch hier.

Am zweiten Tag starten wir zu einer großen Tour mit 80 Kilometer und umrunden die Berge des Vinalestals. Zuerst geht es 40 Kilometer auf geteerte Straße nach Süden. Wir kommen gut voran. In den Anstiegen merkt man die Hitze. Es hat am Vormittag schon 30 Grad. Als wir uns bereits auf der anderen Seite des Bergrückens befinden, wird die Straße zu Schotterpiste. Aber immer noch kommen wir locker voran. Unsere Augen sehen so viel, da sind wir gut abgelenkt. Die Leute sind alle freundlich. Die Kinder grüßen und winken noch bevor wir das machen. Wenn wir einen Bauern auf seinem Pferd nach dem Weg fragen bekommen wir einfach Auskunft (ohne Hintergedanken auf ein Trinkgeld – wie in der Stadt). Überall wachsen Palmen und Bananen. Ein wahres Idyll.

Wir haben noch 30 Kilometer bis nach Hause, als wir innerhalb von hundert Meter zwei Probleme bekommen. Erstens ist mein Vorderrad platt. Kein Wunder bei den vielen Dornbüschen links und rechts des Wegs. Außerdem endet der inzwischen zum Pfad gewordene, ausgewaschene Weg in einem Bachbett.

Der Schlauch ist schnell getauscht. Durch den Fluss waten wir barfuß. Jetzt fragt sich, ob das so die nächsten gut 25 Kilometer so weitergeht? Dann wird es mit dem Heimkommen spannend. Aber ein biss

chen Nervenkitzel darf schon sein. Dazu gesellt sich die unsägliche Hitze. Mittlerweile hat es zwischen 35 und 40 Grad. Es geht immer steil rauf und anschließend steil runter. Immer wieder suchen wir einen schattigen Fleck zum Verweilen. Wir sind an die Hitze auch noch nicht gewöhnt.

Es gibt 4 Dinge, die uns jetzt freuen. Schatten, Wind, bergab fahren und Teerstraßen. Wenn diese Dinge fehlen, kann man kaum eine halbe Stunde durchfahren. Gut, dass wir 4,5 Liter Wasser dabei haben. Die brauchen wir auf und müssen den Rest gut einteilen.

Nach 20 Kilometer haben wir die Teerstraße erreicht und haben nur noch 10 Kilometer bis Vinales. Dort gibt es im Markt gleich ein Cola und ein Bier. Daran dachte ich schon während des Nachmittags….

Nächstes Mal berichte ich von der schwierigen Beschaffung von Wasser und von der Bierknappheit. Außerdem von den weiteren Radtouren im Westen Kubas.

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Weiter durch das Hinterland mit dem Rad

Von den ersten Touren haben wir schon berichtet. Gleich am Anfang unseres Urlaubs haben wir eine mordsdrum Runde gemacht und sind in der Hitze fast eingegangen. Da wir noch weitere 4 Tage in Vinales geblieben sind, haben wir noch weitere Radtouren unternommen.

Am Tag nach der Megaetappe sind wir ans Meer gefahren. Auch diese Tour haben wir durch einsame Dörfer gelegt. Wir sehen das noch bäuerliche Leben auf dem Land mit den Haus- und Nutztieren, den Pferdekutschen und Ochsenkarren.

Eine Besonderheit fällt uns auf. Auf jeder Veranda stehen Schaukelstühle. Die Kubaner schaukeln gerne. Oft ist die Farbe der Schaukelstühle auf die Farbgestaltung des Hauses abgestimmt. Auch vor unserem Haus stehen zwei. Und nach der Tour ein Bierchen im Schaukelstuhl zu genießen ist einfach herrlich. Die Kubaner schaukeln gerne abends und schauen, was auf der Straße los ist. Manchmal kommen Nachbarn vorbei zum Ratschen. Hier sitzt noch nicht jeder vor dem Fernseher. Eines weiß ich: Schaukelstühle sind super.

Aber zurück zu unserer Tour. Auf dem Weg zum Meer sind uns einige Obstverkäufer aufgefallen. Nachdem wir uns das Meer angesehen haben (das reicht… wir sind ja nicht zum Baden hier), wollten wir auf dem Rückweg Obst einkaufen. Besonders die großen Papayas haben es uns angetan. Da die Obstverkäufer in einheimischen Peso abrechnen und wir die Touristenwährung besitzen brauchte es etwas den Preis zu berechnen. Das allein wäre schon eine Geschichte wert. Ich kann nur so viel sagen: Wir haben für eine 2,1 Kilo Papaya einen Euro umgerechnet bezahlt und sind dabei eigentlich noch übers Ohr gehaut worden. Macht nix. Hier haben beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. und wie die geschmeckt hat…. der Wahnsinn. So schmeckt keine Papaya, die nach Deutschland importiert wurde. In Deutschland haben wir im Supermarkt nachgesehen. Hier hätten wir gut 15 Euro für die Menge hinblättern müssen.

Obst ist wirklich herrlich. Papaya waren auch gerade reif. Noch nicht reif waren die Mangos. Diese wuchsen aber derzeit zu Tausenden an den Bäumen entlang der Straßen. Die Einheimischen erzählten uns, dass sie zwischen Mai und Juli reif sind. Aktuell gab es sie daher nicht. Das ist auch so eine Sache auf Kuba. Es gibt nur das, was gerade Saison hat oder reif ist. Hier wird nix monatelang mit viel Energie gelagert.

Weil wir gerade beim Essen sind. Bei unseren Vermietern bekamen wir jeden Tag ein gutes Frühstück. Jeden Tag gab es einen großen Früchteteller mit Papaya, Guave, Ananas und Banane. Dazu einen Liter Guavensaft oder Ananassaft aus dem Mixer. Das war ein Vitaminschub. Gerade Guave hat den mehrfachen Vitamin-C-Gehalt der Kiwi.

Was gibt es von unserer Radtour zu berichten? Die Tagesetappen lagen zwischen 50 und 75 Kilometer und zwischen 300 und 1000 Höhenmeter.

Nächstes Mal berichte ich aber wirklich von der Wasser- und Bierknappheit….

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Beschaffung

Die Tage vergehen so schnell. Aber jetzt gibt es eine neue Geschichte aus unserem Kuba Urlaub.

Diesmal geht es um das Einkaufen. In Kuba ist einkaufen anders als bei uns. In den Geschäften gibt es nicht die Auswahl wie wir es von Deutschland kennen. Es gibt wenige Produkte. Bei den Getränken gibt es zum Beispiel eine Sorte Cola (TuKola) Außerdem gibt es ein kubanisches Pendant zu Sprite. Das Sortiment wird vervollständigt durch zwei Sorten Bier (Cristal und Bucanero). Diese Sorten sind für den Kauf mit CUC, der Touristenzweitwährung, bestimmt. Es gibt noch zwei weitere Sorten Bier, die für die Einheimischen zum Bezahlen in Peso gedacht sind. Des Weiteren warten Supermärkte (sofern man sie so bezeichnen darf) mit ein paar Sorten Keksen und Chips, einigen Rumsorten und noch ein paar Kleinigkeiten auf. Alles in Allem haben die Geschäfte oft nur 20 bis 50 verschiedene Produkte. In den Regalen beherrscht oft meterweise Cola das Bild, wohingegen bei uns im Laden jede der gefühlt tausend Cola-Sorten nur ein kleinen Bereich im Regal bekommt.

Was aber für uns Radler interessant ist: das Wasser. Normalerweise kaufen wir für unsere Radtouren in jedem Land, in dem wir gefahren sind, 1,5 Liter Wasserflaschen oder 5-Liter-Kanister. Hier ist das nicht so einfach. In Havanna hatten wir Glück. Gleich im ersten Geschäft haben wir 1,5-l Flaschen für ca. 70 Cent bekommen. Da dachten wir uns noch nichts. Erst als wir im Zentrum von mehreren Touristen angesprochen wurden, wo wir die Flaschen her haben, wurden wir stutzig. Tatsächlich gab es nur in ganz wenigen Geschäften Wasser. Wenn, dann meistens in 0,5 Liter mit einem horrenden Preis. Am nächsten Tag haben wir den Bestand in unserem Laden aufgekauft. 14 Flaschen, dann war das Geschäft von uns ausgeplündert. Am übernächsten Tag wollen wir wieder welches auf Vorrat kaufen – Fehlanzeige. Es dauert, bis wieder was geliefert wird.
In Vinales auf dem Land war das ähnlich. Wasser Mangelware. Cola und Limo in Hülle und Fülle. Wenn wir Wasserflaschen gesehen haben, haben wir sie gleich gekauft, wer weiß wie lange es noch etwas gibt.

Was ähnlich schlimm war, war die “Biertrockenheit”. In Vinales waren wir doch 6 Tage und am 3. Tag wollten wir uns ein traditionelles Feierabendbier gönnen. Aber im Laden gab es kein kubanisches Cristal oder Buccanero mehr. Also weiter zum nächsten Geschäft. Der hatte auch keines und schickte uns zum nächsten. Im ganzen Ort war das einheimische Bier aus. Nur ein Heinecken hätte es gegeben. Aber dafür fliegen wir nicht nach Mittelamerika, damit wir holländisches Bier sau… äh trinken.
Zwei Tage später kam dann ein Laster in den Ort und lud Getränke aus. Auch Bier war dann wieder erhältlich.

Das waren jetzt nur kleine, lustige Beispiele, aber es ist allgemein so, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man sich etwas wünscht und es im Laden um die Ecke bekommt. Das schätzt man bei uns zu Hause nur nicht mehr so. Von vielen Dingen des täglichen Gebrauchs gibt es nur ein Modell oder eine Marke. Eines ist aber schon zu sehen. Mit Devisen (CUC) bekommt man mehr als mit einheimischen Peso. Das Zweiwährungssystem hat zu einem Zwei-Klassen-System geführt. Wer CUC hat kann sich auch Importware leisten. CUC verdient man derzeit im Tourismus. Übernachtungen und Restaurants sind für die Privatwirtschaft freigegeben und nicht mehr nur staatlich. So nehmen jetzt Privatleute auch CUC ein. Doch wer will derzeit noch Ingenieur werden und in einem staatlichen Betrieb einen gehobenen Posten haben wenn er dort nur Peso bekommt….

Nächstes Mal berichte ich über das Zigarrenrauchen….

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ZIGARREN

Heute geht es um Zigarren. Auch wenn man meinen könnte, dass dies nicht ganz zu einem sportlichen Blog passt. Ich erzähle doch etwas darüber. Außerdem: Kuba und Zigarren gehört zusammen wie Bayern und Bier.

In Vinales und Umgebung in der Provinz Pinar del Rio wird ca. 80 % des Tabaks auf Kuba angebaut. Einen Großteil der Ernte müssen die Bauern an die staatlichen Zigarrenfabriken abgeben. Einen kleinen Teil können sie für den Eigenbedarf und die eigene Vermarktung behalten.

Mit dem Rad sind wir an vielen Tabakplantagen vorbeigefahren. Auf manche Feldern standen die Blätter in wunderbarer Pracht. Wir haben aber auch Tabakblätter gesehen, die zum Trocknen aufgehängt wurden. Ziel dabei ist es, den Blättern Wasser zu entziehen. Und wir beobachten die Strohhütten, in denen sie gelagert und fermentiert werden. Dieser Vorgang muss laufend überwacht werden, damit die Blätter nicht verfaulen. Es braucht den richtigen Luftfeuchtegrad. Mehr und mehr reift das Blatt und entwickelt seine Aromen. Das Trocknen dauert 25 bis 50 Tage, die Fermentation braucht 4 bis 6 Monate. Anschließend werden die Blätter sortiert. Blätter, die oben auf der Pflanze in der Sonne wuchsen sind am kräftigsten. Je weiter unten das Blatt gewachsen ist, umso milder ist es. Die Zigarrenroller (sog. Torcedor) wissen genau, welche Mischung an Blätter für eine bestimmte Zigarren und seinen Geschmack notwendig ist. Je nach Größe des guten Stücks schafft ein Zigarrenroller 40 bis 180 Zigarren am Tag. So kann man sich vorstellen, wie viel Arbeit eine Zigarre benötigt hat. Deswegen sollte man sie mit den nötigen Respekt rauchen, wie einen guten Wein trinken oder wie ein gutes Essen sich schmecken lassen.

Eine Zigarre ist nicht billig. Wir haben uns gleich am Anfang mal zwei Cohibas gekauft. Cohiba ist eine der bekanntesten Marken für kubanische Zigarren. Zigarren werden von Hand gerollt. 300 Arbeitsschritte braucht eine Zigarre. Da kann man sich denken, dass das nicht für 0,99 Euro hergeht. Eine gute Cohiba kostet schon zwischen 5 und 20 Euro. Es gibt auch noch teurere. Und es gibt auch andere Marken, die in der Qualität nicht gerade nachstehen (Romeo & Giulietta, Montechristo,…)

Nach einer Radltour haben wir es uns am späten Nachmittag mit einem Schlückchen Rum auf der Veranda unseres Häuschens gemütlich gemacht. Da passt eine Zigarre super dazu. Zigarre rauchen hat auch etwas beruhigendes. Ja, und wir behaupten, es schmeckt auch ganz gut. Auf der Zunge bleibt ein guter Röstgeschmack hängen. Ein guter Rum ergänzt die Aromen wunderbar. Und Zigarre rauchen ist wirklich was genüssliches. Für eine große Zigarre braucht man gut und gerne eine Stunde.

Am nächsten Tag haben wir in einem örtlichen Geschäft gleich noch Nachschub besorgt. Diesmal von privater Produktion. Die waren günstiger. A bisserl besser im Geschmack waren wirklich die hochwertigen. Aber da wir keine richtigen Kenner sind, war das für uns zweitrangig.

Im Verlauf unserer Reise sind wir öfters abends auf den Dorfplatz unserer Domizile spazieren gegangen. Dort haben uns auf eine gemütliche Bank gesetzt und dem Treiben der Menschen zugesehen. Dazu eine Zigarre. Das hat uns richtig entschleunigt. Vielleicht machen wir das zu Hause auch mal…. die Nachbarn werden schauen….

Von was berichte ich das nächste Mal? Vielleicht von Santa Clara und Che Guevara?

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SANTA CLARA und CHE GUEVARA

Nach 6 Tagen in Vinales und 6 heißen Radtouren mit vielen Erlebnissen wechselten wir unseren Standort. Mit dem Auto fuhren ins Zentrum Kubas, nach Santa Clara.

Die Stadt gefiel und auf Anhieb. Als Universitätsstadt leben hier viele junge Leute. In der Stadt gibt es wenig Tourismus, da Strände weiter weg sind und sich außer ein paar kulturellen Sehenswürdigkeiten nur wenige Highlights hier befinden. Dadurch wird Santa Clara oft nur als Durchgangsstation genutzt. Eine Sehenswürdigkeit hat Santa Clara aber, das Che-Guevara-Denkmal. Dieses imposante Bauwerk haben wir uns angesehen.

Wer kennt sein Bild nicht, das Bild des CHE? Sein Antlitz kennen angeblich mehr als den Papst. Er gilt als Inbegriff des Revolutionärs. Wenn man sich mit seinem Werdegang beschäftigt bekommt man durchaus ein klein Wenig Respekt vor ihm. Nicht vor seinen kriegerischen Wirken. Nein, aber vor dem Handeln und vor der Courage etwas zu verändern und nicht nur darüber zu reden.

Wer heute die verlotterten Plattenbauten der kubanischen Städte sieht muss überlegen, dass das Leben vor der Revolution 1959 in Kuba noch um einiges schlimmer war als heute. Da wurden die Menschen in einer rücksichtslosen Diktatur unterdrückt und auf den Zuckerrohr- und Tabakplantagen ausgebeutet.

Hier ein kurzer Abriss über den Werdegang des Ernesto Guevara, kurz Che. Er ist in Argentinien als Sohn eine situierten Familie geboren. Seine Mutter hatte viel Kontakt zu politischen Flüchtlingen aus Spanien, die vor der Frankoherrschaft geflohen sind. Dadurch war er schon als Kind mit politischen Ungerechtigkeiten aufgewachsen. Er studierte Medizin und jetzt kommt es. Vielleicht haben wir schon alleine deswegen einen Respekt vor ihm. Er ist in den Semesterferien 4500 Kilometer mit dem Rad durch sein Land Argentinien gefahren. Che war also eine Radlfahrer! Er liebte das Abenteuer.

Später ist er mit einem guten Freund mit dem Motorrad durch viele Länder Südamerikas gefahren. Dabei hatte er gesehen, wie schlecht es den Leuten geht, wie sie ausgebeutet werden, wie korrupt die Offiziellen sind.
In Mexiko lernte er Fidel Castro und seinen Bruder Raul kennen und schloss sich ihnen als Arzt an. Sie fuhren zusammen mit einigen Rebellen mit dem Schiff nach Kuba und gewannen Bauer und andere Kubaner für ihre Sache. In Kuba herrschte immer noch Diktator Batista, der mit der amerikanischen Mafia zusammenarbeitete.

Da könnte man noch viel erzählen. Am Ende wurde Che von Fidel zum Commandante ernannt und gewann das entscheidende Gefecht in Santa Clara. Deswegen ist sein Denkmal auch in Santa Clara. Diktator Batista floh (allerdings nahm er noch schnell die Staatskasse mit). So kamen Fidel und seine Companeros an die Macht.

Viele Kubaner verehren Che immer noch. Vielleicht, weil er kein Kubaner war, aus gutem Hause stammte und sein gemachtes Nest aufgab um in Kuba durch die Berge zu schleichen und im Dreck zu hausen. Nur damit die Kubaner den Diktator loswerden. Sein Leben als Arzt wäre vorgezeichnet gewesen und er hätte es nicht nötig gehabt, das zu tun.

Man muss ja nicht gleich Revolutionär werden. Aber manchmal schadet es sich, hinter die Kulissen der Geschehnisse zu blicken, statt wegzusehen. Das wollen wir auch immer auf unseren Reisen machen….

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RUNDTOUR – Auf nach Cienfuegos

Von Santa Clara ging es jetzt 4 Tage mit dem Rad und Gepäck durch den Süden Kubas.

1. Etappe: Santa Clara – Cienfuegos (85 Kilometer 500 Höhenmeter)

Hier fuhren wir nach ein paar Kilometer auf der Hauptstraße raus und bahnten uns den Weg über schlechte Pisten und durch trockene Steppen. Wir kamen dabei durch Dörfer auf dem Land, in denen wir sehr erstaunt angesehen wurden. Die Leute kamen vor lauter Schauen gar nicht zum Grüßen. Ich denke, dass sich hierher noch nicht viele Fremde verlaufen haben. Verlaufen haben wir uns nicht. Wir wollen ja extra die unbekannten Wege nehmen.

Öfters mussten wir nach dem Weg fragen und Bäche durchwaten. Mit dem Pferd kommt man an manchen Stellen besser weiter als mit einem anderen Fahrzeug.

Wir hatten ziemlich aufgepackt. Da wir nicht wussten, ob wir überall Wasser kaufen können, hatten wir genügend Vorräte mitgenommen. Mit 8 Flaschen je 1,5 Liter starteten wir in die 4-Tagestour.

Wir durchfuhren große Zuckerrohrplantagen. Eine wurden gerade abgeerntet. Ein süßlicher Geruch lag in der Nase. Später kamen wir an großen Obstplantagen vorbei. Am Ende war es so heiß, dass sich die 85 Kilometer ganz schön hinzogen. Unter 30 Grad hatte es nie.

Angekommen in Cienfuegos erwartete uns eine große Stadt. Sie liegt an einer 88 qkm großen Bucht. 2005 wurde die Innenstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. In der riesigen Buch ist das Wasser so ruhig, dass hier früher (und auch noch heute) Ruderer beste Trainingsbedingungen haben.

Wir wohnten bei Privatvermietern direkt am Wasser. Sie umsorgten uns rührend. Unsere Wohnung war größer als die der Hausherren selbst, obwohl diese zu viert waren.

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RUNDTOUR – Weiter nach Trinidad

Weiter ging es von Cienfuegos nach Trinidad. An diesem Tag gab es 90 Kilometer und 600 Höhenmeter zu fahren.

Der Karte nach führt die Straße an der Küste entlang. Auf der anderen Seite sollte man die Berge gut sehen können. Leider war die Straße eingesäumt von hohen Dornenhecken welche die Sicht auf das Meer nur selten freigab.

In der Bucht von Cienfuegos sahen wir noch im Wasser ganz nah am Ufer Quallen. Sie waren so nah, dass sich gute Fotos machen ließen. Mit den Biestern baden ist nicht zu empfehlen. die Tentakeln enthalten Gift, die man zwar ohne Lebensgefahr übersteht, aber es soll sehr schmerzhaft sein und die roten Quaddeln, die man bekommt sieht man mehrere Tage.

Dafür gab es viele Schafherden und Ziegen zu sehen. Und der Blick auf die Berge ließ schon erahnen, was uns am nächsten Tag beim Anstieg zum Topes de Collantes blühen würde.

Einmal sahen wir eine Krabbe am Straßenrand. Sie war schon tot und verdorrt in der Hitze. Wir witzelten schon, ob sie nicht von einem Laster gefallen war, der eine Lieferung in die nächste Stadt zu den Restaurants durchführte. Als wir einen Bauern danach fragten, meinte er, dass zwischen April und Juni die ganze Straße voll ist davon. Er deutete auf helle Flecken auf dem Teer. Das alles sind überfahrene Krebse des Vorjahres. Was bei uns die Krötenwanderung ist, ist hier die Krabbenwanderung.
Die Tiere wandern von den Mangrovenwäldern zum Meer um sich zu paaren und dann wieder in die Wälder zurückzukehren. Dabei legen sie auch mal 50 Höhenmeter zurück. Später wandern sie wieder Richtung Meer um die Eier abzulegen. Tausende müssen es sein, die hier auf der Straße überfahren werden. Als wir weiterfahren bemerken wir den leicht fischligen Geruch, der von den überfahrenen Krebsen herrührt. Manchmal riecht es auch heftiger.

Hier eine interessanter Link zu diesem Phänomen: https://brandenburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-projekte/sonstige-arten/kubakrabben/

In Trinidad angekommen besichtigen wir am Abend die Stadt. Sie ist von den Spaniern 1514 bereits gegründet worden und war Stützpunkt für Beutezüge nach Mexiko. Später war sie ein wichtiger Ort für Zuckerrohr und Sklavenhandel. Auch Tabak und Viehzucht war hier vertreten. Auch wenn Trinidad später nicht mehr ganz so wichtig war, erlebte es durch die Straßenverbindung nach Cienfuegos und Sancti Spiritus einen neuen Aufschwung.

Zusammen mit den Zuckerrohrfeldern in der Umgebung ist es von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben worden. Damit gab es auch Investitionen, welche die Stadt für Sanierungen und Renovierungen der Häuser und Plätze gut gebrauchen konnte.

Jetzt kommen wir zum Nachteil einer solch gut hergerichteten Stadt. Sie wird von zig Touristen mit Bussen angesteuert. Viele Geschäfte haben sich auf das Touri-Geschäft eingestellt. Als Vorzeigestadt ist sie einfach nicht repräsentativ für Kuba. Aber den Urlaubern gefällt das. Ist ja auch schön….

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STEIL BERGAUF – TOPES DE COLLANTES

Nach unserer Übernachtung in Trinidad stand nun eine reinrassige Bergetappe auf dem Programm. Es wurden nur 25 Kilometer und 1100 Höhenmeter.

Dabei ging es hinauf in die Bergregion “Topes de Collantes”. Die Straße führte in den Bergen mit oft über 20 % Steigung sehr steil nach oben. Unser Wasservorrat, den wir sorgsam hüten, zog dabei ganz schön nach unten. Und heiß war es auch wieder. Trotzdem hat es uns gut gefallen. Die Ausblicke in die Karibik haben schon entschädigt. Wir nahmen es locker. Je weiter wir nach oben kamen umso mehr wurde es regenwaldähnlicher. Mehr und mehr Blumen säumten die Straße. Und das Vogelgezwitscher uns fremder Rassen wurde immer lauter.

Auf dem Berg habe ich bei einem staatlichen Hotel ein kleines Apartmenthäuschen für eine Nacht gemietet. Das erste Mal, dass wir staatlichen übernachteten. Waren gespannt, wie das wird.

Um die Mittagszeit waren wir am Ziel. Die Damen an der Rezeption waren nicht so bemüht, wie die bisherigen privaten Unterkunftsbesitzer. Sind eben nur Angestellte. Das Häuschen stellte sich als ganz ordentlich beieinander heraus. Gut, dass Bad… In die Badewanne sitzen möchte ich mich nicht. Und im Schubladen der Kommode lag eine tote Riesenkakerlake…. aber sonst passte alles. Neben unserem Häuschen war ein angefangener, nicht vollendeter und noch schlimmer…. ein fast verfallener Plattenbau.

Für den Nachmittag hatte ich mir einen Spaziergang im Nationalpark Topes de Collantes vorgestellt. Gleich von unserer Behausung konnten wir losgehen. Nach einem Kilometer dann ein Mauthäuschen, das den Eintritt für den Park verlangte. Sage und schreibe 9 CUC (ca. 9 EURO) pro Person. Dafür, dass ich ein bisschen in den Wald gehen kann…. na ja….

Wir sind dann doch rein. Ist ja schließlich Urlaub. Dann ging es anfangs leicht bergab und später immer weiter bergab. Der Höhenmesser zeigte immer mehr Abstieg an. Über 400 Höhenmeter waren es am Ende, als wir einen malerischen Wasserfall erreicht hatten. Juhu, und jetzt heißt es in der Nachmittagshitze wieder hinauf. Dabei hatten wir doch schon geduscht. So kamen dann doch über 1500 Höhenmeter für diesen Tag zusammen.

Abends gingen wir dann nicht staatliche im nahe gelegenen Hotel essen, sondern bei einer privaten Gastwirtschaft. Das war wieder herrlich.

Und übrigens. Hier oben auf 1000 Meter Höhe befindet sich ein Hotel, dass der damalige Diktator Batista noch in den 30er Jahren errichten ließ. Es ist riesig groß und war zu damaliger Zeit ein monumentaler Bau. Über dem Eingang prangt noch das deutsche Wort “Kurhotel”. Inmitten der Natur haben hier die Schönen und Reichen es sich gut gehen lassen. Sogar heute passt das Monsterbauwerk einfach nicht in die Landschaft.

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ZURÜCK NACH SANTA CLARA

Am nächsten Tag unserer Rundtour sind wir von Topes de Collantes zurück nach Santa Clara. Eigentlich sollte es nur bergab gehen. Doch in Kuba sind Bergstrecken nicht ins Tal gebaut, sondern auf den Bergkämmen. Die Seitenstraßen führen von der Hauptstraße am Rücken der Berge hinunter ins Tal. Im Alpenraum ist es meist anders herum.

Dadurch standen am Morgen noch mal ganz schön Höhenmeter auf dem Programm. Entschädigt wurden wir durch tolle Blicke. Wir filmten Kolibris und fotografierten tropische Pflanzen. Als wir die Berge doch verlassen hatten, ging es noch ganz schön weit nach Santa Clara. Auf staubigen Str    aßen und am Ende mit viel Abgasen der Autos und LKWs. 80 Kilometer und 850 Höhenmeter waren es (für den, der gerne die Zahlen sieht).

In Santa Clara waren wir wieder zu Gast bei Casona Jover, ein sehr empfehlenswertes Privatquartier. Hier wird ausgezeichnet gekocht. Den ganzen Tag haben wir uns schon auf das Essen gefreut. Als der Koch das hört, ist grinst er freudig. Die Hausherren wundern sich ohnehin, dass wir das Abendmenü immer komplett essen…. Aber nach einem Radltag…. für uns kein Problem. Es gab einen großen Pott Gemüsesuppe, dann gegrilltes Schweinefleisch mit Reis und Kartoffeln, dazu Brot und Salat. Später wurde noch ein Nachtisch kredenzt.

Nach dem Essen machen wir es uns mit einer Zigarre in der Hollywoodschaukel im Garten gemütlich. Was will man mehr.

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Der übersetzte Text im letzten Bild heißt soviel wie: “Im Himmel gibt's kein Bier, drum trinken wir es hier”…. - alter bayerischer Spruch in Kuba.


NACH SANTIAGO

Nach unserer mehrtägigen Radtour fuhren wir mit dem Auto ganz in den Osten Kubas, nach Santiago. 600 Kilometer waren es von Santa Clara dorthin.

Nach etwa hundert Kilometer endete die Autobahn und es ging weiter auf der CC, der Carreterra Central, sozusagen der Bundesstraße.

Wir wurden immer langsamer, weil wir durch viele Orte fahren mussten. 
Auch auf der großen Straße waren oft Reiter, Radfahrer, Fußgänger und Pferdewagen unterwegs.

Die Zeit verrann immer mehr. Bald musste es dunkel werden. Santiago ist die zweitgrößte Stadt Kubas. Hier ist die Mentalität anders als im Westen. Die Menschen sind lockerer. Außerdem ist der Südosten eine Hochburg der kubanischen Musik. Wir freuten uns auf die folgenden Tage.

Als es dunkel wurde, waren es noch 50 Kilometer bis zum Ziel. In Santiago hatten wir ein Hotelzimmer reserviert. Nach zwei Wochen privat untergebracht waren wir gespannt was uns erwartet. 

In der Stadt herrschte viel Verkehr.  Die Straßen waren oft nur so breit, dass es für ein Auto reicht. Wenn man abbiegen wollte, musste man erst vorsichtig mit der Motorhaube in die Straße einfahren bevor man etwas sah. Elke leitete mich mit einer Karte gut in die Stadt. Das Hotel scheinte sich direkt im Zentrum zu befinden. Doch dann gab es Straßensperren und wir versuchten den Platz an dem sich das Hotel befinden sollte von einer anderen Seite zu erreichen. Mehrfach scheitere dies. Langsam stieg die Anspannung und die Müdigkeit. Dann kamen wir doch von einer Seite an den Platz und wir erblickten das Hotel. Wir waren direkt am zentralen Platz mit Rathaus und Kathedrale. Alles war voll mit Musikgruppen. Parkeinweiser zeigten uns einen Platz für das Auto… natürlich gegen Bezahlung. An diesem Tag fand ein großes Musikfestival statt.  Deswegen das Chaos auf den Straßen.

Nach dem Einchecken waren wir froh diesen langen Tag mit 10 Stunden im Auto hinter uns zu haben. Da freuten wir uns auf 5 Tage radeln…. 

Vom Fenster blickten wir direkt auf das Rathaus. Auf dem Balkon verkündete Fidel Castro den Sieg der Revolution. Überhaupt hat die Revolutionsbewegung in dieser Gegend seinen Anfang genommen. 

Davon und vor allem von unseren Radtouren werde ich beim den nächsten Malen berichten.


SANTIAGO DE CUBA

5 Tage verbrachten wir in Santiago de Cuba. Jeden Tag gab's eine schöne Radtour.

Am ersten Tag gings nach Westen an der Küste entlang zum Baden. 45 Kilometer Radeln für eine gute Stunde plantschen in einer Bucht. Das Wasser war warm wie eine Badewanne. Wir waren die einzigen Touristen. Wir zogen die Blicke der Einheimischen auf uns. Nicht weil wir Ausländer waren, sondern weil wir komisch aussahen. Käseweiß am Körper. Nur die Arme von der Hand bis oberhalb des Ellenbogens und vom Wadl bis kurz oberhalb des Knies waren wir schon knackbraun. Das wären wir auch an jedem deutschen Strand der Blickfang…. Da der größte Teil unserer Haut keine Sonne gewöhnt ist, gab's gleich die Quittung. Zu Hause brannte es schon etwas auf der Schulter…. am nächsten Tag – oh Schmerz lass nach – war das Tragen des Rucksacks schon eine Qual. Sonnenbrand trotz eincremen nach einer guten Stunde am und im Wasser.

Am Tag darauf machten wir dann gleiche eine Mörderetappe…. also eine richtige Bergetappe in die Sierra Maestra. Dort, wo sich einst die Revolutionäre um Fidel Castro verschanzt hatten, fuhren wir mit dem Bikes hinauf. Es ging auf die Gran Piedra. Das ist ein charakteristischer Monolith, östlich der Stadt Santiago. Mit 1225 Metern bildet er die höchste Erhebung der nach ihm benannten Cordillera de la Gran Piedra. Diese Gebirgskette gehört zum östlichen, kleineren Teil der Sierra Maestra. Der Fels zählt mit seinen Ausmaßen von 51 Metern Länge, einer Höhe von 25 Metern und einer Breite von 30 Metern zu den größten Monolithen weltweit. Er hat ein Gewicht von schätzungsweise mehr als 63 Tausend Tonnen. Die Straße hinauf wurde teilweise an die steile Wand “genagelt”. Grad dass der Teer nicht in der Hitze schmilzt und nach unten ins Meer rinnt. 20 % Steigung und mehr waren keine Seltenheit. Oben Wolkenschwaden und kalte Luft. Das war eine Abwechslung zum Tag davor. Gestern verbrannt – dann fast erfroren. Einheimische haben uns dann vor der Abfahrt gewarnt. Sie wäre sehr gefährlich weil so steil. Für uns Radfahrer war sie kein Problem. Aber mit den älteren Autos und den historischen Bremsen könnte es schon etwas gefährlicher sein….
 

Am nächsten Tag fuhren wir durch die Stadt und die Randbezirke. Anschließend noch auf das Castillo del Morro. Die Festung wurde 1637 entworfen und erbaut, um die Bucht an der die Stadt Santiago lag und noch heute liegt vor Piraten zu schützen. Die Piraten mieden von nun an Santiago…. ja bis 1662 der englische Freibeuter Christopher Mings völlig unbehelligt in die Bucht einfuhr. Wie sich herausstellte, hatten die Wachen geschlafen. Da hilft die beste Festung nix. In 5 Tagen war Santiago ausgeplündert.

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LEBEN IN SANTIAGO

Santiago de Cuba liegt ganz im Südosten der Insel. Für die Einheimischen ist Havanna weit weg. Es herrscht hier eine ganz andere Mentalität. Die Menschen sind viel lockerer. An jeder Ecke wird Musik gemacht. Es leben viele Schwarze hier, die Rhythmus im Blut haben.
In den Gassen gibt es viele Bars in denen unbekannte Musiker auftreten. Ein bekannter Treffpunkt ist das Casa di Trova. Die Wände sind voll von Fotos bekannt gewordener und unbekannter gebliebenen Musiker.

Irgendwann muss eine Schiffsladung Kugellager gestrandet sein. Wir sahen viele Leute mit kleinen Leiterwägen, die nur auf Kugellager rollten. Also ohne Reifen. Sie rollten auf dem blanken Metall.

Einmal aßen wir in einem privaten Lokal. Der schönste Platz war auf dem Balkon. Früher gab es einmal zwei Tische. An einem war allerdings de Holzbalkon durchgebrochen. So setzten wir uns auf den vermeintlich sichereren Platz. Das Essen war bodenständig gut.

Auf den Plätzen spielten die Männer Domino. Wer keinen Platz am Spieltisch hatte, stand rings herum und sah den Aktiven zu.

Wir haben uns auch die berühmte Moncada Kaserne angesehen.  Dort versuchte Fidel Castro seinen ersten Revolutionsversuch. Er scheitere und wurde gefangen genommen. Die meisten Revolutionäre wurden getötet. Fidel entging nur knapp der Todesstrafe. Nach einer Amnestie ging er ins Exil und plante den nächsten Versuch einer Revolution. Dieser zweite Versuch war erfolgreich. Die Moncada Kaserne wurde zum Denkmal für die gefallenen Helden. Das Gebäude ist jetzt eine Schule. Es ist schön renoviert. Nur die Einschusslöcher in der Fassade werden weiterhin nicht ausgebessert. Die werden eher gepflegt. Sie sollen weiter an die Heldentaten erinnern.

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Wallfahrt nach "EL COBRE"

In den letzten Tagen unseres Aufenthaltes in Santiago de Cuba waren wir selbstverständlich auch mit dem Fahrrad unterwegs. Am letzten Tag fuhren wir zum Wallfahrtsort El Cobre. Es ist was wie das kubanische Altötting. Die Kirche war wirklich sehr schön und sprach uns mit seinem hellen und fröhlichen Innenraum sehr an.

Viele Persönlichkeiten waren bereits hier und ließen etwas besonderes aus ihrem Leben hier. In Vitrinen kann man Baseballschläger, Trikots berühmter Fußballer und Erinnerungsstücke bekannter Personen.

Außerdem besichtigten wir das Museo del Ron, das Rummuseum. Dort wurde der Herstellungsprozess des kubanischen Nationalgetränks gezeigt und die Geschichte der Rumherstellung in Santiago gezeigt. Verbunden ist das mit dem Werdegang der Familie Bacardi.

Am finalen Nachmittag unseres Aufenthaltes in Santiago de Cuba machten wir es uns noch mal gemütlich auf der Dachterrasse unseres Hotels am Parque Cepedes.  Mit Sicht auf die Kathedrale und das Rathaus ließen wir uns ein paar Mohitos schmecken und dachten über die vielen Erlebnisse der 3 Wochen auf Kuba nach…

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WIE GEHT ES WEITER MIT KUBA…

Wir haben in drei Wochen viel erlebt und viel gesehen. Dabei haben wir viel Hintergrundinformationen über Kuba erfahren. Gerade jetzt in der Zeit, in der sich das Land in einem einschneidenden Umbruch befindet ist es interessant die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Kuba hat viele Probleme zu lösen. In den letzten 56 Jahren ist das Land mehr und mehr verfallen. Es gab aber auch Errungenschaften wie das verbindliche Gesundheitswesen und das Bildungssystem. Auch das Wissen um die Vergangenheit, der Zeit vor der Revolution, in der eine Diktatur herrschte und es die Menschen deutlich schlechter hatten, lässt einem die Zusammenhänge besser verstehen. Die Diktatur hat Kuba hinter sich gelassen, der Sozialismus ist eigentlich aber auch gescheitert.  Sind wir gespannt, wo die Reise für das Land hingeht….

Jetzt haben wir ein paar wenige Episoden unseres Urlaubs auf Kuba erzählt. Es gibt aber noch viel, viel mehr über das Land und die Menschen zu berichten.

Derzeit schreibe ich an einem ausführlichen Bericht in Buchform. Vermutlich wird es noch ein paar Monate dauern, dann wird es als E-Book erhältlich sein. Darin ginden sich unsere Erlebnisse und viel Hintergrundinformationen über Kuba.

Ich hoffe, die kleinen Geschichten hier haben Euch gefallen. Hier noch ein paar Bilder als Zugabe.

Wir fahren weiter. Die nächsten Urlaubsgeschichten kommen vermutlich aus der Tschechischen Republik im Sommer….

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