KILIMANJARO - INFORMATIONEN

Geologie und Geschichte

Der Kilimanjaro ist ein großer Vulkankegel im Norden Tansanias (Ostafrika). Er befindet sich 3 Grad südlich des Äquators an der Grenze zu Kenia. Vor ca. 1 Million Jahren entstand der Kibo und sein Nachbarberg Mawenzi. Legenden der Chagga, eines Stammes am Kilimanjaro, lassen den Schluss zu, dass vor 200 - 400 der letzte, nicht allzu heftige Ausbruch ereignete.
Der Name Kilimanjaro ist vermutlich aus den beiden Suaheliwörtern "mlima=Berg" und "njaro=Karawane (Wegmarke)" zusammengesetzt. "njaro" bedeutet an der Küste aber auch "böser Geist, der Kälte bringt". In der Sprache der Massai bedeutet "ngare" Quelle, was durch Entstellung auch "njaro" geworden sein könnte.
In der Geschichte gibt es immer wieder Berichte von einem großen Berg im Hinterland der afrikanischen Küste. Der Astronom und Geograph Ptolemäus (100 - 160 n.Chr.) beschrieb einen mit Schnee bedeckten Berg landeinwärts hinter Rhaphta 23 Segeltage südlich von Opone (Somalia). Damit könne ohne weiteres der Kilimanjaro gemeint worden sein. 1519 berichtete der Spanier Fernandes de Encisco "westlich von Mombasa liegt der Ätiophische Olymp, er ist sehr hoch...". Der deutsche Johann Rebmann zog mitte des 19. Jahrhunderts durch Ostafrika. Sein Karawanenführer versprach, sie auch zu einem Platz zu führen, wo "der heilige Berg Kilimanjaro" steht. Er soll ganz mit Silber bedeckt sein und beherberge böse Geister, die Wanderer plötzlich tot umfallen ließen (Höhenkrankheit). Am 11.05.1848 sah Rebmann als erster Europäer den Kilimanjaro und seine schneebedeckte Krone. Zurück in Europa erntete Johann Rebmann zuerst nur Spot für seine Entdeckung. "3 Grad südl. des Äquators darf es keinen Schnee geben". Es sollte 12 Jahre dauern, bis er dieVerleumdungen in die Schranken weisen konnte und bestätigt wurde, dass es diesen Berg wirklich gibt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebiet ein Teil des Deutschen Reiches. Grund genug, dass sich Abenteurer aus Deutschland daran machten, den Berg zu besteigen. Der Verleger Dr. Hans Meyer (Herausgeber des bekannten Konversationslexikons) und der Tiroler Extremalpinist Ludwig Purtscheller erklommen am 06.10.1889 den Gipfel des Kilimanjaro und sahen als erster in den Gipfelkrater. Damit war klar, dass es sich um einen Vulkanberg handelt.


Die Routen/Trails

Routen

Es gibt insgesamt 6 Routen (sog. Trails) am Kilimanjaro
1. Marangu-Route: Auf ihr besteigen ca. 90 % den Kilimanjaro. Wegen seines guten Wegzustandes und der geringen Steilheit wird er auch als "Coca-Cola-Route" oder "Tourist-Trail" bezeichnet. Bergwanderer die auf anderen Routen aufgestiegen sind, nehmen die Marangu-Route oft zum Abstieg (übrigens: die anderen Routen sind nur Aufstiegswege, der Abstieg muss über die Maranguroute oder den Mweka-Trail bewältigt werden).
2. Machame-Route: ca. 1.500 Bergwanderer benützen den zwei bliebesten Trail am Kili. Der Aufstieg ist unproblematisch und erfolgt von der Südseite des Berges.
3. Shira-Route: Aufstieg von Nordwesten des Kilimanjaro. Wenig Touristen benützen ihn, vermutlich wegen des weiten Anfahrtsweges zum Start und dessen Kosten.
4. Rongai-Route: Der Aufstieg von Norden beginnt an der tansanisch-kenianischen Grenze. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tour. Die Wegeverhältnisse sind nicht die besten aber vergleichbar mit einem normalen Wanderpfad in den Alpen (also auch unproblematisch).
5. Umbwe-Route: einsame Route von Süden.
6. Mweka-Route: reine Abstiegsroute. Es darf über diesen Trail nicht aufgestiegen werden. Der Abstieg beginnt direk am Uhuru Peak.


Die Besteigung

FÜHRER (GUIDES): Die Anstellung eines Guides ist von der Nationalparkverwaltung zwingend vorgeschrieben. Bei größeren Gruppen wird zusätzlich ein oder zwei Assistant Guides beschäftigt. Die Guides haben die "Aufsicht" über die Bergsteiger, wählen die Ausrüstung des Teams und leiten die Etappen.
TRÄGER (PORTER): Jeder der Träger darf lt. Vorschrift nur 15 kg Gepäck tragen. Je nach Größe der Gruppe werden pro teilnehmenden Bergsteiger 1-3 Träger beschäftigt. Sind viele Träger für eine Gruppe tätig, übernimmt ein sog. Chief die Aufsicht.
GEFAHRENMOMENTE: Die Tagesetappen führen über leichtes Gelände, das keine Kletterkünste erfordert. Trotzdem ist gerade am Gipfeltag oder auf den einsameren Routen Trittsicherheit erforderlich. Das größte Gefahrenmoment stellt die Höhe dar (s. Höhenanpassung).
HÖHENANPASSUNG: Um sich an den geringen Sauerstoff in den großen Höhen zu gewöhnen (in ca. 5000 Meter Höhe ist der Sauerstoffgehalt noch ca. 50 % dessen auf Meeresniveau), sind ein paar Regeln hilfreich:
- langsam gehen (je langsamer, um so besser)
- die Schlafhöhe sollte einige 100 Höhenmeter unter der erreichten Tageshöhe liegen
- mit leicht erhöhten Oberkörper schlafen
- sämtliche unnötige Anstrengungen vermeiden
- viel, viel trinken
- auf Symptome der Höhenkrankheit achten und mit dem Guide besprechen (z.B. starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Röcheln in der Lunge)
Der gesamte Aufstieg wird meistens innerhalb von 5 Tagen bewältigt. Desswegen kann man keine Akklimatisation durchführen. Es findet lediglich eine Adaption statt. Der Unterschied besteht darin, dass bei der Adaption der Körper einige Vorgänge umstellt, um sich auf die geänderten Bedingungen einzustellen (z.B. höhere Atemfrequenz,...). Die Belastung für den Organismus ist dabei sehr hoch. Der Wanderer ist - gute Kondition hin oder her - nicht mehr voll leistungsfähig. Die Adaption ist für den Menschen die Möglichkeit, die Zeit bis zur Akklimatisation zu überbrücken. Am Kilimanjaro wird dies aber nicht der Fall sein, da die Akklimatisation mindestens 4 - 6 Tage benötigt, bis der Körper wieder einigermaßen seine normale Leistung bringen kann. (Immerhin ist der Gipfel des Kilimanjaro einige hundert Höhenmeter oberhalb des Basislagers des Mt. Everest und dorthin marschieren die Bergsteiger über einen langen Zeitraum von ca. 2 Wochen, um sich wirklich anzupassen!!!)


Anreise

In der Nähe von Arusha befindet sich der Kilimanjaro Airport (KIA). Von Europa wird er hauptsächlich von der niederländischen Fluggesellschaft KLM angeflogen. Zubringerflüge von den großen deutschen Flughäfen sind kein Problem und meist nur mit geringen Zwischenlandungen verbunden.


Gesundheit

Vor allen Reisen in Länder wie Tansania oder Kenia sollten sie sich mit Ihrem nächstgelegenen Tropeninstitut, zumindest mit Ihrem Hausarzt in Verbindung setzten, um eine für sie zugeschnittene Beratung zu erhalten.
Vorbeugung wegen Malaria: Malaria-Tabletten am Berg selbst unnötig; jedoch sollte man in den unteren Regionen (unterhalb 1800 Meter) und wenn Sie vor- oder nachher andere Reiseziele in Afrika ansteuern unbedingt Prophylaxe betreiben. Anweisungen Ihres Arztes zum Zeitpunkt der Reise beachten. Zur Malaria-Vorbeugung ist es hilfreich, helle Kleidung zu tragen und wenig Haut zu zeigen. Sprays oder vergleichbares sind keine Garantie.
Für die Einreise nach Tansania waren für Reisende aus Europa keine Impfungen zwingend vorgeschrieben. Bei Anreise aus anderen tropischen afrikanischen Staaten wurde Gelbfieber-Impfung verlangt (Problematik: Zwischenlandungen). Man sollte kein ungeschältes Obst essen. Die praktisch "handhabbaren" kleinen im Kilimanjaro-Gebiet wachsenden Bananen eignen sich daher hervorragend als Wegzehrung. Sie liefern auch dringend notwendige Mineralstoffe. Ein guter Tour Guide wird auf eine kohlehydrathaltige Ernährung für seine Schützlinge achten. Trinken Sie immer sehr vielund regelmässig (Wasser, Tee), je höher Sie kommen. Die Begleitmannschaft kocht das Wasser in der Regel gut ab. Für solche, die ganz sicher gehen wollen, gibt es Entkeimungsmittel für das Wasser in Outdoor-Läden oder Apotheken.