Mountainbikesaison 2000 mit der Überquerung des Himalaya beendet

 

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Ein großer Traum eines Radfahrers ist sicher, das höchste Gebirge der Welt, den Himalaya, mit dem Fahrrad zu überqueren. Die legendärste Route führt dabei von Lhasa in Tibet (heute China) nach Kathmandu in Nepal. Alleine der Flug von Nepal über den Himalaya nach Tibet war ein Erlebnis. Die großen Berge der Welt waren dabei zum Greifen nahe. Ganz markant und unübersehbar war dabei der Mount Everest. In Lhasa, der einst verbotenen Stadt in Tibet, 3.700 Meter über dem Meer verbrachte man einige Tage zur Höhenakklimatisation, besichtigte buddhistische Klöster in der Umgebung und den sagenumwobenen Potala, den Sitz des Dalai Lamas, bevor er ins Exil nach Indien flüchten musste. Unter Leitung des DAV Summit Clubs startete die Radtour als insgesamt 15-köpfige Gruppe mit einem Bergführer, 3 Tibetern und 3 nepalesischen Sherpas als Betreuer. Es galt, eine Strecke von ziemlich genau 1000 Kilometern zu bewältigen bis man die Hauptstadt Nepals, Kathamndu, wieder erreichte. Dabei fuhren sie in Höhen zwischen 3.700 und 5.300 Metern über dem Meer täglich 50 bis 100 km, wohlgemerkt alles mit dem Mountainbike. Vier der vielen Pässe auf der Strecke waren über 5000 Meter hoch. Anfangs war man die dünne Luft noch nicht gewöhnt. Langsam ging es voran. Doch Tag für Tag gewöhnte sich der Körper im mehr an die Höhe und man atmete leichter. Die Höhepunkte der Radtour waren sicher der höchste Pass, der LakpaLa mit 5.220 Metern einer der höchsten Pässe der Welt und die Tage, die man entlang der bekannten Achttausender fuhr. Im Angesicht des Mount Everest, Lhotse, Cho Oyu, Makalu und Shishapangma radelten die Mountainbiker weiter. Von der Hochebene Tibets zeigen sich die hohen Berge ganz markant und frei stehend. Die absolut trockene und klare Luft erlauben beste Fernsicht. Auf den Pässen sieht man oft hunderte von Kilometer weit und alles wird zum Greifen nah. Überhaupt ist die trostlose Weite des einst so mystischen Landes für unsere Augen ungewohnt. Meistens ist rundherum kein Haus, keine Siedlung zu sehen, nur die beigen, wüstenartigen Hügel der höchsten Hochebene der Welt. „Es ist einfach gewaltig mit diesem Blick vor Augen, Rad zu fahren.“ In der Nacht konnten im Zelt oft Minusgrade notiert werden. Gute Ausrüstung war gefragt. Mit dem Betreuerteam war man einstimmig zufrieden. Die Sherpas kümmerten sich um die Zeltlager und zauberten in großer Höhe mehrgängige Menüs auf den Tisch, die wieder Kraft für den nächsten Tag gaben. Grundlage für die Ernährung war Reis. Dazu wurde Yakfleisch (Yak = tibetisches Rind), Lamm, Gemüse, Kartoffeln und vieles mehr serviert. Die Höhe und die staubtrockene Luft in der Höhe verlangte dem Körper einiges ab. Halsschmerzen, leichte Erkältungen, Verdauungsprobleme und sonstige kleine Wehwehchen waren die Folge; schlimmere Krankheiten oder schwere Stürze blieben gottlob bei allen Teilnehmern aus. Auf dieser mehr als dreiwöchigen Reise dominierte nicht nur das Radfahren, auch die Kultur und Religionen der Länder konnte man hautnah erleben. In Tibet herrscht der Buddhismus, in Nepal der Hinduismus. Vor allem das Leben der Bevölkerung Tibets war interessant und man wurde hautnah mit den Problemen der chinesischen Besatzung konfrontiert. Es ist traurig, wie durch den hier herrschenden Kommunismus die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. China versucht das Land mit vielen chinesischen Zuwanderern zu unterwandern und die Kultur Tibets auszulöschen. Bewegend waren auch die bittere Armut und die kargen Verhältnissen, in der die Bevölkerung lebt. Die in den Bergen siedelnden Bauern leben in der Regel nur von Getreide, Tee und dem Butter der Yakmilch (Rinder). Nach den letzten hohen Pässen in Tibet stand eine über 100 Kilometer lange Abfahrt nach Nepal auf dem Programm. Von 5.200 Meter ging es bis auf 800 Meter nach unten. Die Abfahrtsfreuden kamen jetzt auch auf ihre Kosten. Innerhalb kürzester Zeit durchfuhr man sämtliche Klimazonen, von der Wüste bis zu den Tropen. Insgesamt ein grandioses Erlebnis, das kaum noch zu überbieten ist.

Oktober 2000

Karte Himalaya

 


Impressionen der Radreise von LHASA nach KATHMANDU im Oktober 2000
 


Flug

Schon der Flug nach Tibet war ein Erlebnis. Beim Überqueren des Himalaya erschien der Mount Everest vor unseren Augen.

Potala

Der Potala in Lhasa (Tibet). Drei Tage verbrachten wir in Lhasa, um uns langsam an die Höhe von 3.500 Metern zu gewöhnen. Wir unternahmen Ausflüge zu den wenigen, erhaltenen Klöstern der Umgebung von Lhasa und kamen der tibetischen Kultur und buddhistischen Religion näher.

Tibeterin

Eine typische Tibeterin auf dem Weg zum Markt.

Markt

Marktleben im ursprünglich tibetisch erhaltenen Stadtzentrum in Lhasa.

Abfahrt

Abschied von Lhasa - Aufbruch zur großen Himalayaüberquerung. Nach drei Tagen Akklimatisation warten 1000 Kilometer mit Pässen über 5000 Meter Höhe auf uns. Unser Ziel ist Kathmandu in Nepal.

KambaLa

Pause hinter dem ersten großen Pass, dem Kamba La mit 4800 Meter. Unter uns der Yamdroksee, den man wegen seiner Form auch Skorpionsee nennt.

KaroLa

Hinter dem ersten 5000er Pass, dem Karo La mit 5040 Meter. Danneben bäumt sich der 7191 Meter hohe Nojin Kangsang auf.

Schlucht

In einer malerischen Schlucht begegenen wir einer tibetischen Bauersfrau.

LakpaLa

Auf dem Lakpa La, dem höchsten Pass der Reise (5.220 Meter über dem Meer). Gebetsfahnen flattern im starken Wind. Kilometerweit ist keine Siedlung auszumachen. Die Temperatur ist sogar am Tage fast am Gefrierpunkt und der Wind macht es noch kälter.

5370 Meter über dem Meer

Auf dem höchsten Punkt der Reise (auf einem namenlosen Hügel in 5.370 Metern)

Everest

Nach 600 Kilometern taucht der Everest vor unseren Augen auf.

Everest

Auf dem Weg zum Everest Base Camp (der Pang La Pass auf 5.200 Meter) mit dem Mt.Everest im Hintergrund. Einer der schönsten Momente unserer Reise und auch unseres Lebens. Wir sind auf einer Höhe, die wir bei keinem Alpengipfel erreichen können und vor uns erheben sich gewaltige Berge noch mehr als 3000 Meter in die Höhe.

So klein ist der Mensch im Vergleich zum höchsten Berg der Welt....

Cho Oyu

Wir biken weiter Richtung Tingri, im Hintergrund der Cho Oyu (8201 Meter)

Everest

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages / Abendstimmung vor dem Mount Everst. Gewaltige Momente nach einer 100-Kilometer-Etappe.

Shishapagma

Anfahrt zum Lalung La Pass direkt vorbei am Shishapagma (8012 Meter).

Morgenstimmung im Himalaya

Morgenstimmung im Zentrum des Himalaya. Die Nacht war kalt. Es herrschten Minusgrade im Zelt. Auf den Schlafsäcken bildete sich Reif.

Downhill

Am Ende wartet der längste Downhill der Welt. 150 Kilometer Abfahrt von 5.200 Meter auf 800 Meter über den Meer belohnen für die bisherigen Anstrengung.